Männer und Frauen bewerten potenzielle Stressfaktoren anders Frauen stresst das Leben mehr - scinexx | Das Wissensmagazin
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Männer und Frauen bewerten potenzielle Stressfaktoren anders

Frauen stresst das Leben mehr

Frauen fühlen sich in belastenden Situationen offenbar stärker gestresst als Männer. © Dolgachov/ thinkstock

Gestresste Frauenwelt: Frauen lassen sich von belastenden Situationen stärker stressen als Männer – zumindest aus subjektiver Sicht. In einer Umfrage unter Briten bewerteten weibliche Teilnehmer Ereignisse wie den Tod eines Angehörigen, Krankheit oder finanzielle Nöte durchweg als stressiger. Das könnte sie auch anfälliger für stressbedingte Krankheiten machen, glauben die Forscher.

Stehen wir häufig unter Stress, hat dies Folgen für Körper und Geist: Die Belastung macht vergesslicher, schwächt unsere Selbstkontrolle und kann im Alter sogar die Anfälligkeit für Demenz erhöhen. Zu viel Stress schadet uns demnach – das gilt für Männer wie Frauen gleichermaßen.

Doch es gibt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wie Forscher inzwischen wissen. So verhalten sich Frauen in stressigen Situationen oft anders als Männer – und auch ihr Körper reagiert unterschiedlich. Je nach Geschlecht schüttet er zum Beispiel andere Hormone aus. Das wirkt sich offenbar auch auf den subjektiv empfundenen Stress der Betroffenen aus.

Durchweg stärker gestresst

Wie stark sich die Wahrnehmung von Stress bei Männern und Frauen tatsächlich unterscheidet, haben Wissenschaftler nun mithilfe einer Umfrage untersucht. Im Auftrag der europäischen Physiological Society bat das Meinungsforschungsinstitut YouGov dafür 2.078 Briten um eine persönliche Einschätzung: Sie sollten einstufen, wie sehr sie bestimmte Lebensereignisse stressten – zum Beispiel der Tod eines Angehörigen, Krankheit, finanzielle Probleme oder der Brexit.

Das frappierende Ergebnis: Bei allen abgefragten Ereignissen fühlten sich Frauen dem eigenen Empfinden nach gestresster als die männlichen Teilnehmer. „Dass dieser Unterschied bei wirklich jedem Ereignis deutlich wurde, war schon bemerkenswert“, sagt Lucy Donaldson von der Physiological Society. Besonders groß war der Unterschied demnach bei der Bedrohung durch Terrorismus. Die geringste Stressdifferenz verursachte die Geburt des ersten Kindes.

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Auch das Alter spielt eine Rolle

Auch das Alter spielte bei der Bewertung von Stress offenbar eine Rolle. Je älter die Befragten waren, desto stressiger schienen ihnen viele Ereignisse. Die wenig überraschenden Ausnahmen: Der Verlust des Smartphones wurde durchweg von jüngeren Menschen als stressiger bewertet. Und auch die Geburt eines Kindes stresste junge Befragte mehr – wahrscheinlich, weil sie öfter als Ältere mit dieser Situation konfrontiert sind.

Die Wissenschaftler wollen nun vor allem für die möglichen körperlichen Folgen von Stress sensibilisieren: „Viele Menschen sind sich zwar bewusst, welchen Einfluss Stress auf die mentale Gesundheit haben kann. Es ist aber auch wichtig, die Folgen für den Körper zu bedenken. Das Gehirn, das Nerven-, das Hormonsystem – sie alle reagieren auf Stress und das hat wiederum Auswirkungen auf das Herz, das Immunsystem und den Magen-Darm-Trakt“, sagt Donaldson. Dass Frauen sich oft gestresster fühlten als Männer, könne sie womöglich anfälliger für schwerwiegende Krankheiten machen.

(The Physiological Society, 17.03.2017 – DAL)

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