Sexuelle Orientierung primär von genetischen und persönlichen Faktoren bestimmt Familie kaum Einfluss auf Sexualverhalten - scinexx | Das Wissensmagazin
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Sexuelle Orientierung primär von genetischen und persönlichen Faktoren bestimmt

Familie kaum Einfluss auf Sexualverhalten

Familie und gesellschaftliche Normen haben weniger Einfluss auf die Wahl sexuelle Orientierung als landläufig angenommen. In der weltweit größten Zwillingsstudie zu diesem Thema zeigte sich, dass vor allem genetische Faktoren und individuelle Erfahrungen die Wahl des Sexualpartners prägen.

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Wissenschaftler des schwedischen Karolinska Instituts und der Queen Mary Universität in London untersuchten die sexuelle Orientierung und die potenziell beitragenden Faktoren an mehr als 7.600 Zwillingspaaren. Die zwischen 20 und 47 Jahre alten Versuchspersonen wurden einer Befragung zu Gesundheit, Verhalten und Sexualität unterzogen. Von den Versuchspersonen gaben sieben Prozent an, bereits ein oder mehrmals Sex mit einem Partner des gleichen Geschlechts gehabt zu haben.

Nach der Auswertung der Befragung ergab sich ein relativ deutliches Bild: Die Umwelt, also Familie und gesellschaftliches Umfeld, hatten in nur Null bis 17 Prozent der Fälle offenbar einen Einfluss auf die sexuelle Orientierung. Genetische Komponenten – die ja bei eineiigen Zwillingen von beiden geteilt werden – machten immerhin zwischen 18 und 39 Prozent aus. Am stärksten jedoch war die individuelle Erfahrung mit 61 bis 66 Prozent vertreten. Zu dieser Kategorie gehören neben Einflüssen während der Schwangerschaft und Geburt auch psychologische Traumata wie Unfälle, Gewalt oder Krankheit, aber auch sexuelle Erfahrungen und die Peer Gruppe.

2Die Ergebnisse zeigen, dass familiäre und öffentliche Einstellungen weniger wichtig für unser Sexualverhalten sind als zuvor angenommen”, erklärt Professor Niklas Långström. „Stattdessen spielen genetische Faktoren und die einzigartigen individuellen Erfahrungen die größte Rolle. Studien wie diese werden gebraucht, um unser grundlegendes Wissen von Sexualität zu erweitern und um die öffentliche Debatte entsprechend zu informieren.“

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(Karolinska Institutet, 17.06.2008 – NPO)

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