Warum der Vorsatz "mehr Sport" einfacher ist als weniger Süßigkeiten Einige Gewohnheiten sind leichter abzugewöhnen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Warum der Vorsatz "mehr Sport" einfacher ist als weniger Süßigkeiten

Einige Gewohnheiten sind leichter abzugewöhnen

Gute Vorsätze: Etwas Altgewohntes zu lassen ist schwerer als sich zu etwas Unbeliebtem aufzuraffen © thinkstock

Gute Vorsätze im Test: Was lässt sich leichter umsetzen: Im Neuen Jahr mehr Sport zu machen oder endlich weniger Süßigkeiten zu essen? Wie ein Experiment verrät, fällt es uns leichter, Vermeidungsgewohnheiten zu ändern – also Dinge neu zu tun, die um die wir uns bisher gedrückt haben. Annäherungsgewohnheiten wie das Süßigkeiten essen oder der ständige Griff zum Smartphone dagegen sind schwerer abzugewöhnen.

Gewohnheiten sind schwer zu ändern – das merkt jeder, der sich für das Neue Jahr vorgenommen hat, sein Verhalten zu ändern. Ob der bewussterer Umgang mit dem Smartphone, das Abgewöhnen des Rauchens oder der Vorsatz, künftig häufiger zum Sport zu gehen oder nicht immer den Zahnarztbesuch aufzuschieben: Lange eingeschliffene Gewohnheiten sind hartnäckig. Aber gibt es Unterschiede? Sind bestimmte Gewohnheiten einfacher abzugewöhnen als andere?

Annähern und vermeiden

Christof Kuhbandner und Julia Haager von der Universität Regensburg haben dies nun untersucht. Ihr Verdacht: Etwas, das wir ständig tun ist schwerer abzugewöhnen als etwas, das wir ständig aufschieben oder vermeiden. Ersteres, beispielsweise der häufige Griff zum Smartphone, bezeichnen Psychologen als Annäherungsverhalten, das nicht zum Sport gehen dagegen ist ein Vermeidungsverhalten.

Um die Frage zu klären, untersuchten die Wissenschaftler in einem Experiment das Entstehen und anschließende Verändern von Gewohnheiten bei Annäherungs- und Vermeidungsverhalten. In der ersten Phase lernten die Probanden, ihren Avatar auf dem Bildschirm bestimmten Personen oder Objekten anzunähern oder ihn von diesen wegzubewegen. Dies trainierten die Testpersonen, bis eine starke Gewohnheit entstanden war und sie kaum noch darüber nachdenken mussten.

Tun ist leichter als Nichtstun

Dabei zeigte sich: Gewohnheiten, in denen wir etwas bevorzugt tun – also Annäherungsgewohnheiten – prägen sich schneller ein als Vermeidungsreaktionen. Die Teilnehmer hatten die Hinbewegung ihres Avatars auf bestimmte Gesichter und Objekte schneller verinnerlicht als das Ausweichen. Mit anderen Worten: Die Gewohnheit, ständig zum Handy zu greifen oder zur Süßigkeit schleicht sich schneller und leichter ein.

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In der zweiten Phase des Experiments sollten die Probanden diese Gewohnheit nun ändern: Anstatt sich den bekannten Gesichtern und Objekten anzunähern, sollten sie diese nun meiden und umgekehrt. Auch hier gab es klare Unterschiede: Das Umlernen vom Vermeiden zum Annähern fiel leichter und erzeugte weniger Fehler als das Abgewöhnen der Annäherung, wie die Forscher berichten.

Mehr Sport ist leichter als weniger Süßigkeiten

Übertragen auf unseren Alltag bestätigt dies: Es tatsächlich schwerer, ab sofort weniger Süßigkeiten zu essen oder weniger zum Smartphone zu greifen als endlich häufiger zum Sport zu gehen oder den Termin beim Zahnarzt zu vereinbaren. Für diejenigen, die sich für das Neue Jahr mehr Sport, mehr Gemüse und Obst oder mehr Entspannung vorgenommen haben, ist das eine eher gute Nachricht.

Diejenigen, die im Neuen Jahr eine liebgewonnene Gewohnheit ablegen wollen, müssen sich mehr anstrengen. Unmöglich aber ist es auch hierbei nicht, die guten Vorsätze umzusetzen. (Journal of Experimental Psychology, 2016)

(Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs), 02.01.2017 – NPO)

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