Forscher analysieren Atemluft der Tiere Brautgeschenke machen Heuschreckenweibchen fit - scinexx | Das Wissensmagazin
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Forscher analysieren Atemluft der Tiere

Brautgeschenke machen Heuschreckenweibchen fit

Wissenschaftler aus Berlin und Aberdeen haben nachgewiesen, dass weibliche Heuschrecken ihren Stoffwechsel mit den Inhaltsstoffen eines Brautgeschenkes betanken. Die Brautgeschenke werden den Weibchen bei der Paarung von den Männchen übergeben.

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Die Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung, der Humboldt-Universität und der britischen Universität Aberdeen berichten über ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Biology Letters“.

Spermatophore als Brautgeschenk

Bei Laubheuschrecken übertragen die Männchen während der Paarung ein sehr großes Brautgeschenk. Diese Brautgeschenke wiegen bis zu einem Drittel des gesamten Körpergewichts der Männchen. Die so genannte Spermatophore bleibt nach der Paarung am Hinterleibsende der Weibchen haften. Sie besteht aus zwei Teilen: In einem sind die Spermien enthalten, in dem anderen viele Proteine. Sofort nach der Paarung fressen die Weibchen von dem proteinreichen Spermatophorenteil.

Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Inhaltsstoffe aus den Brautgeschenken erst nach Tagen in den abgelegten Eiern auftauchen. Die Frage war daher, ob es auch einen kurzfristigen Nutzen der Brautgeschenke gibt. Möglich wurde eine Antwort darauf nun durch so genannte Isotopenuntersuchungen an der Atemluft der Weibchen. In der Natur kommt neben dem normalen Kohlenstoffisotop C 12 auch in geringer Dosis das schwerere Isotop C 13 vor.

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Sushi für die Männchen

Für das Experiment teilten die Forscher Männchen in zwei Gruppen ein, die entweder Futter mit normalem Anteil an den Kohlenstoffisotopen C 13 erhielten oder Sushi-Blätter mit niedrigerem Anteil. Anschließend wurden diese Männchen verpaart. Innerhalb von drei Stunden war die Atemluft der Partnerinnen entsprechend ihrem männlichen Partner reich oder arm an C 13.

Dieses Ergebnis unterstützt nach Angaben der Wissenschaftler die Annahme, dass die Weibchen große Vorteile von einer Spermatophore haben, weil sie die gewonnene Energie sofort für ihren Stoffwechsel verwenden können. Damit wird eine seit 20 Jahren in der Fachwelt geführte Diskussion über den Nutzen von Brautgeschenken in eine neue Richtung gelenkt.

(idw – Freie Universität Berlin, 14.07.2008 – DLO)

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