Bluttest weist Depressionen im Jugendalter nach - Biomarker unterscheiden psychische Erkrankung von Stimmungsschwankungen - scinexx.de
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Bluttest weist Depressionen im Jugendalter nach

Biomarker unterscheiden psychische Erkrankung von Stimmungsschwankungen

US-amerikanische Forscher haben einen Bluttest entwickelt, der Depressionen bei Jugendlichen nachweist. Elf Biomarker im Blut ermöglichen es einem Arzt zu entscheiden, ob der Patient depressiv ist oder nur allgemeine Stimmungsschwankungen hat, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Translational Psychiatry“. Damit sei es erstmals möglich, die psychische Erkrankung objektiv nachzuweisen. Für Erwachsene ist der Test nicht geeignet, da Depressionen bei Jugendlichen anders verlaufen als bei Erwachsenen.

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Gerade bei Jugendlichen, die oft natürlichen Stimmungsschwankungen ausgesetzt sind, sei es sehr schwierig, Depressionen korrekt zu diagnostizieren, schreiben Erstautorin Kathleen Pajer von der Northwestern University in Chicago und ihre Kollegen. Derzeit basiere die Diagnose auf der subjektiven Einschätzung eines Psychiaters und auf dem, was der Patient über seine Symptome berichtet.

Die Wissenschaftler haben in ersten Patiententests jetzt elf Gene gefunden, deren Aktivität eine Depression objektiv anzeigt. Sind die Gene aktiv, entstehen bestimmte Nukleinsäuren also komplexe biologische Moleküle, die sich im Blut nachweisen lassen.

Test erst im Frühstadium

„Diese elf Gene sind womöglich erst die Spitze des Eisbergs“, sagt Studienleiterin Eva Redei von der Northwestern University, „denn Depression ist eine komplexe Erkrankung.“ Der jetzt entwickelte Bluttest sei erst ein Prototyp und noch verbesserungsfähig. Bisher haben die Forscher auch erst 14 depressive und 14 gesunde Jugendlichen getestet. Bis der Test tatsächlich überall einsetzbar ist, wird es noch eine ganze Weile dauern. Aber, sagt Redei, „es zeigt ganz klar, dass wir eine Depression über das Blut diagnostizieren können.“

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Auch Angststörungen erfassbar

Die Wissenschaftler fanden außerdem 18 Biomarker, die unterscheiden, ob der Patient an einer reinen Depression oder an einer Depression mit Angststörung leidet. Bisher würden diese beiden Zustände genau gleich behandelt, sagt Redei. Aber wenn ein Test in Zukunft dazwischen unterscheiden könne, ließen sich auch wirksamere und individuellere Behandlungsmethoden entwickeln.

Depressionen bei Jugendlichen sind sehr häufig: 10 bis 20 Prozent aller älteren Jugendlichen leiden nach Angaben der Forscher darunter. Wird die Krankheit nicht erkannt und behandelt, kann sie bis ins Erwachsenenalter fortbestehen und chronisch werden.

(doi: 10.1038/tp.2012.26)

(Northwestern University, Chicago / Translational Psychiatry, 18.04.2012 – BSO)

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