Die besonders allergene Beifuß-Ambrosie breitet sich in Mitteleuropa aus Allergie: Drastischer Anstieg von Beifuß-Pollen bis 2050 - scinexx | Das Wissensmagazin
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Allergie: Drastischer Anstieg von Beifuß-Pollen bis 2050

Die besonders allergene Beifuß-Ambrosie breitet sich in Mitteleuropa aus

Die Beifuß-Ambrosie Ambrosia artemisiifolia produziert besonders allergenen Pollen - udn breitet sich bei uns zunehmend aus. © Inra –Dijon

Keine guten Nachrichten für Heuschnupfen-Geplagte: Die Belastung mit einem besonders aggressiven Beifuß-Pollen könnte bis 2050 um bis zum Vierfachen ansteigen. Denn vom Klimawandel begünstigt, wird sich die invasive Beifuß-Ambrosie in Mitteleuropa rapide ausbreiten, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten. Gleichzeitig beginnt die Blüte dieser Pflanze immer früher und auch ihre Pollenproduktion wird sich erhöhen.

Der Klimawandel bringt schwere Zeiten für Pollen-Allergiker: Erst vor kurzem belegten Forscher, dass sich die Belastung durch Gräserpollen bis zum Ende dieses Jahrhunderts verdoppeln wird. Denn die erhöhten CO2-Werte fördern das Wachstum und die Pollenproduktion der Pflanzen.

Besonders aggressive Allergene

Ein weiterer Grund zur Sorge: Schon seit einigen Jahren breitet sich die Beifuß-Ambrosie (Artemisia artemisiifolia), auch Beifußblättriges Traubenkraut genannt, bei uns immer weiter aus. Diese aus Nordamerika nach Europa eingeschleppte Art erzeugt hochallergene Pollen und findet sich inzwischen immer häufiger auch bei uns in Deutschland.

Wie stark die Pollenbelastung durch diese Pflanzen in Zukunft steigen wird, haben nun Lynda Hamaoui-Laguel vom Laboratoire des Sciences du Climat et de l’Environnement in Gif sur Yvette und ihre Kollegen mit Hilfe von Klima- und Vegetationsmodellen ermittelt. Sie berücksichtigten dabei sowohl die weitere Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie, als auch die erhöhte Pollenproduktion und Veränderungen in der Pollenverbreitung durch den Wind.

Die typische Blattform der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) © Forest und Kim Starr / CC-by-sa 3.0

Anstieg um bis zum Vierfachen

Das Ergebnis ist für Allergiker wenig erbaulich: „Im Durchschnitt wird sich die jährliche Pollenbelastung bis 2050 selbst unter moderaten Klimaszenarien um das Vierfache erhöhen“, berichten die Forscher. Die Belastung wird dann auch dort substanziell sein, wo heute so gut wie keine Beifuß-Ambrosie vorkommt, wie im nördlichen Mitteleuropa oder in Nordfrankreich.

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Deutschland liegt in einem Gebiet, in dem sich die Pollenbelastung besonders stark erhöhen wird, wie die Simulationen ergaben. Die Werte könnte dort zwischen 1.800 und 12.900 Pollenkörner pro Kubikmeter Luft erreichen. „Generell werden die Anstiege im nördlichen Europa höher sein als in Südeuropa“, erklären die Wissenschaftler. Denn dort beginnt die Beifuß-Ambrosie erst, sich auszubreiten.

Zwei Drittel vom Klimawandel verursacht

Für diese künftige Ausbreitung gibt es mehrere Ursachen, wie die Forscher berichten. So steigt bei höheren CO2-Gehalten der Luft das Pflanzenwachstum und auch die Pollenproduktion pro Pflanze. Hinzu kommt, dass sich mit milderen Temperaturen die Wachstumsperiode der Pflanzen verlängert, so dass die Pollenproduktion schon früher beginnt.

Zudem ermöglicht die Erwärmung es der invasiven Pflanze auch das Gedeihen in bisher zu kühlen Regionen wie beispielsweise dem Norden Deutschlands. „Wir haben ermittelt, dass rund zwei Drittel des zukünftigen Pollen-Anstiegs durch den Klimawandel verursacht werden, ein Drittel ist davon unabhängig“, so Hamaoui-Laguel und ihre Kollegen.

Das große Problem dabei: Einmal etabliert, ist das robuste Beifuß-Gewächs enorm schwer wieder aus einem Gebiet zu entfernen. Zurückschneiden oder ausreißen hilft oft nicht, weil Samen und Wurzeln sehr langlebig sind und wieder austreiben. Selbst gegen Herbizide ist die Beifuß-Ambrosie oft gefeit, weil sie sehr schnell Resistenzen entwickelt. „Die Kontrolle dieser invasiven Art in Europa wird künftig noch schwieriger als bisher“, so die Forscher. (Nature Climate Change, 2015; doi: 10.1038/nclimate2652)

(Nature, 26.05.2015 – NPO)

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