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Wind formt Seen und Tümpel um

Flache Seen im Mississippi-Delta breiten sich durch Winderosion aus

Mississippi-Delta
Falschfarbenaufnahme des Mississippi-Deltas. © NASA/USGS, Landsat 8

Das Mississippi-Delta ist ein „Work-in-Progress“ der Natur. Denn dort gestalten Wasser, Wind und Sedimentablagerungen die Landschaft immer wieder um. Jüngstes Zeugnis dieser Veränderungen sind die hier im oberen Bildteil dieser Falschfarbenaufnahme sichtbaren Seen. Sie sind herangewachsen, weil der Wind die Flussdämme erodiert und Wasser in die dahinterliegenden Ebenen gedrückt hat.

Er ist unsichtbar, lässt sich nicht mit Händen greifen und doch verändert und formt er ganze Landschaften: Der Wind gehört zu den großen Formgebern der Natur. Er türmt Dünen auf und lässt sie wandern und selbst hartes Gestein schmirgelt er mithilfe von winzigen Sandkörnchen in bizarrste Formen. Der erodierende Einfluss des Windes kann aber auch den Lauf von Flüssen und die Gestalt von Küsten verändern.

Landschaftsveränderungen im Mississippi-Delta

Ein Beispiel für die windige Gestaltungskraft zeigt sich im Mississippi-Delta. Dort verändern nicht nur die wechselnden Strömungen des Flusses und seiner unzähligen Nebenarme die Landschaft, auch der Wind trägt zum Wandel bei. Er treibt Wasser über die Kämme der Flussdeiche und bewirkt einen stetigen Druck auch auf die Ufer der ausgedehnten, flachen Tümpel entlang der Flussarme.

Dadurch haben sich viele dieser flachen Seen in den letzten 25 Jahren ausgedehnt, wie Alejandra Ortiz von der Indiana University und ihre Kollegen bei der Auswertung von Satellitenbildern seit 1982 festgestellt haben. Wie sie herausfanden, nehmen vor allem die Seen an Größe zu, die mehr als 300 Meter Durchmesser aufweisen– dort hat der Wind genügend Ansatzfläche, um Wasser aufzustauen und im Laufe der Zeit das Ufer immer weiter zu erodieren.

Seen, Sediment und Satelliten

Diese Falschfarbenaufnahme wurde vom Operational Land Imager an Bord des Satelliten Landsat 8 erstellt. Sie zeigt das Mississippi-Delta im Bereich des Atchafalaya-Deltas. Deutlich sind die großen, neben Flussarmen liegenden Seen zu erkennen. In helleren Türkistönen erscheint das im Wasser schwimmende Sediment, das Strömungen innerhalb der Seen sichtbar macht.

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Die Aufnahme ist der Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs „Tournament Earth“ der NASA. In Rahmen dieses „Turniers“ kann im Internet in mehreren Runden darüber abgestimmt werden, welche Landsat-Bilder jeweils die schöneren und spektakuläreren sind.

Quelle: NASA Earth Observatory

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