Raketenträger "Stratolaunch" beim Jungfernflug in der Mojave-Wüste Start für das größte Flugzeug der Erde - scinexx | Das Wissensmagazin
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Raketenträger "Stratolaunch" beim Jungfernflug in der Mojave-Wüste

Start für das größte Flugzeug der Erde

Stratolaunch
Ein Flugzeug als Raketenträger: Stratolaunch beim Jungfernflug über der Mojave-Wüste © Stratolaunch Systems

Er ist ein echter Gigant der Lüfte und verkörpert eine ganz neue Art, Raketen in den Orbit zu bringen: Das Doppelrumpf-Flugzeug „Stratolaunch“ hat am 13. April erfolgreich seinen Jungfernflug über der Mojave-Wüste absolviert. Noch hob der Flieger dabei ohne Nutzlast ab. Geplant ist jedoch, dass Stratolaunch Trägerraketen samt Nutzlast bis in die Stratosphäre bringen soll – das macht den Start in den Orbit günstiger.

Die Idee stammt von Microsoft-Mitgründer Paul Allen und dem Luftfahrtingenieur Burt Rutan. Bisher sind Raketenstarts zum Transport von Satelliten in die Erdumlaufbahn vor allem deshalb so teuer, weil die Nutzlast die volle Erdschwerkraft überwinden muss. Würde man dagegen eine Rakete erst in der Stratosphäre zünden, würde sie deutlich weniger Schub und damit auch Treibstoff benötigen.

Genau dies war der Ansatz, den Allen und Butan verfolgten. Mit ihrer Firma Stratolaunch-Systems entwickelten sie ein Trägerflugzeug, das Raketen bis in die Höhen von rund elf Kilometern transportieren kann. Dafür kombinierten sie die Rümpfe von zwei gebrauchten Boeing 747-Flugzeugen mit einer durchgehenden Tragfläche von 117 Metern Spannweite. Sechs Strahltriebwerke verleihen dem Stratolaunch-Flieger den nötigen Schub. Der verstärkte Mittelteil soll bis zu drei Raketen mit mehr als 200 Tonnen Gesamtgewicht tragen können.

Am 13. April 2019 war es dann soweit: Das Stratolaunch-Flugzeug hob vom Mojave Air & Space Port zum Jungfernflug ab. Dabei erreichte der fliegende Riese eine Höhe von mehr als 5.000 Metern und eine Fluggeschwindigkeit von gut 300 Kilometer pro Stunde. Während des Fluges führte der Testpilot verschiedene Flugmanöver durch, darunter Kurven, Auf- und Abflüge und ein seitwärts Gleiten. Nach zweieinhalb Stunden landete Stratolaunch erfolgreich und sanft wieder auf der Landebahn.

„Was für ein fantastischer Flug“, sagt Jean Floyd, CEO von Stratolaunch. „Der heutige Flug führt unsere Mission fort, eine flexible Alternative zu den vom Boden startenden Trägersystemen zu liefern.“ Paul Allen, der Initiator des Projekts, konnte diesen Erfolg leider nicht mehr miterleben, er ist im Oktober 2018 gestorben. „Wir wissen alle, dass Paul stolz gewesen wäre, Zeuge dieser historischen Leistung zu werden“, sagte Jody Allen vom Paul G. Allen Trust.

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Quelle: Stratolaunch Systems

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