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Sonnenaufgang für IceCube

Neutrino-Observatorium am Südpol liegt jetzt wieder im Tageslicht

Sonnenaufgang für IceCube © Johannes Werthebach/ US Antarctic Program

Der Südpol ist nicht nur der Standort einer großen Polarstation, hier liegt auch der größte und wichtigste Neutrino-Detektor der Erde – ein Observatorium, das die flüchtigen „Geisterteilchen“ einfängt. Dieses Foto zeigt den Frühlingsbeginn für IceCube: Nach monatelanger Polarnacht ging Mitte September die Sonne wieder auf.

IceCube nutzt das kristallklare Eis des Südpols, um nach Spuren von energiereichen kosmischen Neutrinos zu suchen – geisterhaften Teilchen, die in gewaltigen kosmischen Ereignissen wie kollidierenden Galaxien, entfernten schwarzen Löchern, Quasaren und anderen Phänomenen in den Weiten unseres Universums entstehen. Weil diese Elementarteilchen fast keine Masse besitzen und kaum mit anderer Materie wechselwirken, sind sie nur schwer nachzuweisen. In jeder Sekunde rasen 100 Billionen Neutrinos durch unseren Körper, ohne dass wir dies spüren.

Doch IceCube kann diese flüchtigen Teilchen detektieren. Das gelingt ihm mithilfe von 5.160 Fotosensoren, die in basketballgroßen Kugeln verpackt ins Eis eingelassen sind. 86 Kabel mit jeweils 60 kugelförmigen Sensoren sind dabei über einen Kubikkilometer antarktisches Eis verteilt. Jeder Sensor ist darauf geeicht, die winzigen Lichtblitze zu registrieren, die entstehen, wenn ein Neutrino mit einem der Atombausteine des Eises kollidiert.

Wer jedoch am IceCube-Detekor arbeitet, der muss mit den harten Bedingungen am Südpolklarkommen. Sechs Monate lang herrscht dort eisiger Polarwinter mit Dauerdunkel, in dem die überwinternden Forscher nahezu von der Außenwelt abgeschnitten sind. Umso willkommener ist dann der Anbruch des antarktischen Frühlings – die Zeit, in der die Sonne wieder beginnt, sich am Horizont zu zeigen.

Dieses Foto zeigt das IceCube-Observatorium und die ihn umgebende Eiswüste Mitte September, kurz nach Beginn des antarktischen Frühlings.

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