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Paris im Hitzestress

Hochaufgelöstes Wärmebild zeigt Hotspots der französischen Metropole

Paris
Oberflächentemperaturen in Paris am frühen Nachmittag des 18. Juni 2022. © NASA/JPL-Caltech

Die roten Bereiche in diesem Wärmebild von Paris haben es in sich: Sie markieren Zonen in der französischen Hauptstadt, in denen es am 18. Juni 2022 bis zu 48 Grad heiß wurde. Ein Instrument an der lnternationalen Raumstation zeigt erstmals hochauflösend und straßengenau, wo die Hotspots der Hitzebelastung liegen. Zu dieser Zeit durchlebten viele Regionen der Nordhalbkugel eine starke Hitzewelle mit teilweise rekordverdächtigen Temperaturen.

Der Klimawandel treibt nicht nur die Mitteltemperaturen schleichend immer weiter in die Höhe, auch Wetterextreme wie Starkregen, Dürren und Hitzewellen häufen sich. Es gibt kaum noch eine Region auf unserem Planeten, die von diesen Extremen verschont bleibt, wie auch der Weltklimabericht im Sommer 2021 bestätigte.

Rekordträchtige Hitzewelle

Im Juni 2022 traf eine besonders schwere Hitzewelle weite Teile Europas, der USA und Asiens: In vielen Städten Europas stiegen die Temperaturen mehrere Tage in Folge auf über 40 Grad und auch nachts kühlte es kaum ab. In Tokio brachten schon Temperaturen von mehr als 35 Grad einen neuen Hitzerekord und in den USA war fast ein Drittel der Bevölkerung von starker Hitzebelastung betroffen. Im Schnitt lagen die Temperaturen während dieser Hitzewelle zehn Grad höher als für diese Jahreszeit normal.

Besonders betroffen war davon auch Paris: In der französischen Metropole heizten sich Asphalt, Gebäude und andere Oberflächen in manchen Stadtvierteln auf mehr als 48 Grad auf, wie diese Aufnahme der Oberflächentemperaturen zeigt. Deutlich ist zu erkennen, dass dicht bebaute, zubetonierte Stadtviertel sich stärker aufgeheizt haben als Grünflächen wie der Bois de Boulogne. Auch die Seine ist als kühles grünes Band inmitten der aufgeheizten Stadtlandschaft zu sehen.

Aufgenommen wurde dieses Bild vom ECOSTRESS-Sensor der NASA. Dieses Instrument hängt an der Internationalen Raumstation ISS und zeichnet die Oberflächentemperaturen der Erde auf. Dabei erreicht der Sensor eine deutlich höhere Auflösung als gängige Wetter- und Erdbeobachtungssatelliten wie Sentinel-3. Dies hilft dabei, Hotspots und besonders hitzeanfällige Bereiche zu identifizieren und Anpassungsmaßnahmen zu planen.

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Quelle: ESA, NASA

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