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Mysteriöse Superblase im Sternennebel

Ursache für 250 Lichtjahre große Kaverne im Gasnebel N44 ist unklar

N44
Gasfreie Blase im Emissionsnebele N44. © NASA, ESA, V. Ksoll and D. Gouliermis (Universität Heidelberg), et al.; Processing: Gladys Kober (NASA/Catholic University of America)

Dieses leuchtende Gasgebilde liegt rund 170.000 Lichtjahre von uns entfernt in der Großen Magellanschen Wolke – einer unserer kleineren Nachbargalaxien. Das Auffallende an diesem Emissionsnebel ist jedoch die riesige gasfreie Blase im Zentrum. Sie ist eine von mehreren „Superbubbles“ im Nebel N44 – und ihre Ursachen sind erst in Teilen geklärt.

Emissionsnebel sind Ansammlungen interstellarer Gase, die durch die intensive und energiereiche Strahlung naher Sterne angeregt werden. Wenn dann die Atome und Moleküle dieser Gase nach einiger Zeit wieder zurück in ihre Grundzustand fallen, geben sie einen Teil der aufgenommenen Energie in Form von Licht wieder ab und bringen den Nebel so zum Leuchten.

Hier im Bild zu sehen ist ein Teil des Emissionsnebels N44. Er liegt rund 170.000 Lichtjahre von uns entfernt in der Großen Magellanschen Wolke und erstreckt sich über rund tausend Lichtjahre. Charaktertisch für diesen Nebel ist seine komplexe Struktur, in der sich Gebiete mit hellleuchtendem Wasserstoff, dunkle Ströme von Staub und Sterne ganz verschiedenen Alters finden. Das intensiv blau leuchtende Gebiet unten rechts in dieser Aufnahme zeigt eine der heißesten, von intensiver Sternbildung geprägten Regionen des Nebels.

Das auffallendste Merkmal von N44 sind jedoch gewaltige Blasen, aus denen fast alles Gas verschwunden ist. Diese Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops zeigt eine dieser Superbubbles. Das gasleere Raum im Zentrum des Nebels ist 250 Lichtjahre groß. Typischerweise entstehen solche Hohlräume in Gasnebel durch die intensive UV- und Röntgenstrahlung junger, massereicher Sterne. Sie fegen mit ihrem Strahlungsdruck ganze Bereiche ihrer Umgebung leer.

Merkwürdig bei dieser Suberbubble von N44 ist jedoch, dass Astronomen bisher keine Hinweise auf einen so intensiven Sternenwind in der Blase finden konnten. Zwar liegen mehrere Dutzend massereiche Sterne in dem gigantischen Hohlraum, diese sind aber unterschiedlich alt. Forscher gehen deswegen davon aus, dass die Kaverne möglicherweise durch frühere Sternexplosionen gebildet wurde. Die Schockwelle einer oder mehrerer solcher Supernovae könnte Gas und Staub aus dem Zentrum von N44 verdrängt haben.

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Quelle: NASA

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