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Mondschatten auf dem Jupiter

Jupitermond Ganymed verursacht eine Sonnenfinsternis auf seinem Planeten

Jupiter und Schatten
Schatten des Ganymed auf der Jupiteroberfläche. © NASA/JPL-Caltech/ SwRI/MSSS, Thomas Thomopoulos

Wirbelnde Stürme und ein großer dunkler Fleck: Diese Aufnahme der NASA-Raumsonde Juno zeigt eine Sonnenfinsternis auf dem Jupiter. Denn der große Jupitermond Ganymed hat sich so zwischen die Sonne und den Planeten geschoben, dass sein Schatten einen Teil des Jupiters verdunkelt. Gäbe es dort Lebensformen, könnten sie in diesem Gebiet eine totale Sonnenfinsternis bestaunen.

Der Gasriese Jupiter ist nicht nur der größte Planet in unserem Sonnensystem, er könnte auch die meisten Monde besitzen. Die vier großen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto beobachtete sogar schon Galileo Galilei vor mehr als 400 Jahren. Sie sind selbst mit einem schwachen Teleskop als leuchtenden Punkte beiderseits des Planeten zu erkennen. Wandert einer dieser Monde vor dem von der Sonne bestrahlten Jupiter vorbei, wirft er einen erkennbaren Schatten.

Schnappschuss mit Schatten

Zurzeit ist der Jupiter besonders prominent am Himmel zu sehen. Denn vor einem Monat passierte der Gasplanet den erdnächsten Punkt seiner Bahn und stand gleichzeitig in Opposition – Sonne, Erde und Jupiter bildeten eine Linie. Dadurch wird der Planet noch immer besonders gut von der Sonne angestrahlt und auch seine Monde sind gut zu sehen.

Diese Aufnahme stammt von der NASA-Raumsonde Juno, die zurzeit den Jupiter umkreist. Ihr Schnappschuss fängt den Moment ein, in dem der dunkle Schatten des großen Mondes Ganymed auf die Jupiter-Oberfläche fällt. Ein Lebewesen, das sich in diesem verschatteten Bereich aufhält, könnte eine totale Sonnenfinsternis bestaunen. Dies wird möglich, weil Ganymed dort die helle Sonnenscheibe vom Jupiter gesehen komplett verdeckt.

„Supermond“ Ganymed

Ganymed umkreist den Jupiter zwar in mehr als einer Million Kilometer Entfernung, dafür ist er aber besonders groß: Mit mehr als 5.200 Kilometern übertrifft der Durchmesser des Jupitermonds sogar den des Planeten Merkur – und macht Ganymed zum größten Mond des Sonnensystems. Er ist zudem der einzige Mond, der ein eigenes Dipolmagnetfeld und helle Polarlichter besitzt. Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops legen zudem nahe, dass es in seiner Atmosphäre Wasserdampf gibt.

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Die Raumsonde Juno hat diese Aufnahme während ihres 40. nahen Vorbeiflugs am Jupiter erstellt. Zum Zeitpunkt des Fotos war sie nur rund 71.000 Kilometer von der Wolkendecke des Jupiter entfernt – und dem Planeten damit 15-mal näher der Mond Ganymed. Diese Perspektive trägt dazu bei, den Mondschatten in dieser Aufnahme besonders groß und prominent erscheinen zu lassen.

Quelle: NASA

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