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Himmlisches und irdisches Licht

Zodikallicht und städtisches Streulicht über der Atacamawüste

Zodiakallicht
Zodiakallicht und urbanes Streulicht über der Atacamawüste. © ESO/ P. Horálek, CC-by 4.0

Wie ferne Feuer leuchtet hier das Streulicht einiger Ortschaften am Horizont der dunklen Atacamawüste in Chile. Überstrahlt wird diese irdische Lichtverschmutzung in dieser Aufnahme allerdings von einem himmlischen Leuchten: Wie ein weißlicher, leicht schräger Kegel strahlt das Zodiakallicht vom Horizont in die Höhe. Verursacht wird es durch die Streuung von Sonnenlicht an interplanetarem Staub.

Die Atacamawüste in Chile gehört zu den entlegensten und dunkelsten Gebieten der Erde – deshalb sind dort viele astronomische Observatorien stationiert. Unter ihnen ist auch das La Silla Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf dem 2.600 Meter hohen gleichnamigen Berg gelegen. Die 15-Meter-Antennenschüssel eines seiner älteren Teleskope, das Swedish-ESO Submillimetre Telescope, ist in diesem Bild links auf einer Anhöhe zu sehen.

Doch wie diese Aufnahme auch zeigt, ist es selbst in den Hochlagen der Atacamawüste nicht immer völlig dunkel. Am Horizont ist deutlich das orange leuchtende Streulicht einiger in entfernten Tälern liegenden Siedlungen zu erkennen – wie ferne Feuer glühen diese Lichtflecke in der Dunkelheit. Die Langzeitbelichtung macht dieses mit bloßem Auge nicht erkennbare Streulicht sichtbar. Würden die Teleskope kosmische Ziele nahe am Horizont anvisieren, würde diese Lichtverschmutzung die Aufnahmen stören.

Interplanetare Streuung – Zodiakallicht

Deutlich auffallender ist jedoch ein weiteres Leuchtphänomen: ein schräger Kegel aus diffusem, weißlichem Licht, der vom Horizont aus in die Höhe ragt. Er wird vom Zodiakallicht verursacht. Gängiger Theorie nach entsteht es, weil das Licht der unter dem Horizont stehenden Sonne von winzigen, im interplanetaren Weltraum schwebenden Staubkörnchen gestreut wird. Dieser interplanetare Staub stammt von Asteroiden und Kometen, die durch den erdnahen Weltraum fliegen, könnte einer neuen Theorie nach aber auch vom Mars stammen.

Astronomen der Europäischen Südsternwarte haben ein solches Zodiakallicht vor einigen Jahren sogar um fremde Sterne beobachtet. Dieses exozodiakale Licht war rund tausendfach heller als das Zodiakallicht in unserem Sonnensystem und wird wahrscheinlich durch das Leuchten heißer Staubkörner oder durch die Reflektion von Sternlicht an diesen Staubkörnern erzeugt.

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Quelle: European Southern Observatory (ESO)

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