Fangschrecken-Krebse sehen die Welt ganz anders als wir Farbenfroher Krebs mit UV-Blick - scinexx | Das Wissensmagazin
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Farbenfroher Krebs mit UV-Blick

Fangschrecken-Krebse sehen die Welt ganz anders als wir

Farbenfroher Krebs mit UV-Blick © Michael Bok

Für diesen bunten Fangschreckenkrebs sieht die Welt völlig anders aus als für uns. Denn seine Komplexaugen können gleich sechs verschiedene Kanäle des UV-Lichts wahrnehmen. Und nicht nur das: Auch die Polarisation des Lichts und unzählige normale Farben sehen die Krebse mit ihren 16 verschiedenen Photorezeptoren. Wozu sie allerdings eine so ungewöhnlich breite Sicht entwickelt haben, ist bisher unbekannt.

Fangschreckenkrebse ähneln nicht nur äußerlich den Gottesanbeterinnen, sie sind auch ebenfalls gefährliche Räuber. Denn diese bis 30 Zentimeter großen Krebse sind perfekt an das Fangen und Töten ihrer Beute angepasst: An ihrem zweiten Beinpaar tragen sie harte „Boxhandschuhe“, mit denen sie selbst harte Panzer durchschlagen können. Die drei Paare dahinter tragen Scheren und Stacheln und dienen als Fangbeine. Typischerweise lauern die Fangschreckenkrebse im Riff auf Beute und greifen dann gezielt an.

Für das Aufspüren von Beute, aber auch von Artgenossen optimiert sind die Augen der Krebse: Jedes der beiden großen, beweglichen Komplexaugen ist dreigeteilt und kann so auch unabhängig vom anderen räumlich sehen. Im schmalen Mittelstreifen sitzen die Photorezeptoren für die verschiedenen Wellenlängen des Lichts. Erst vor kurzem haben Forscher herausgefunden, dass die Krebse sogar im UV-Bereich noch verschiedene Farbqualitäten wahrnehmen können. Gleich sechs Rezeptoren sind allein für diesen Lichtbereich zuständig.

„Überraschenderweise nutzen diese sechs Rezeptoren nur zwei Arten von Sehpigmenten und kombinieren sie mit vier verschiedenen UV-Filtern“, erklärt Michael Bok von der University of Maryland Baltimore, einer der Forscher, die die UV-Sicht der Krebse untersucht haben. Dadurch erhält jeder Rezeptor nur einen bestimmten Ausschnitt aus dem UV-Spektrum. Der große Vorteil dabei: Auf diese Weise werden die Sehinformationen schon im Auge „vorsortiert“, so dass das Gehirn diese Arbeit nicht mehr leisten muss.

Wie das Bild aussieht, das die Augen des Fangschreckenkrebses produzieren, weiß allerdings bisher niemand: „Die Bauweise ihrer Augen und ihre Verarbeitung von Sehreizen ist so fundamental anders als beim Menschen, dass es sehr schwer ist sich vorzustellen, wie der Krebs seine Welt tatsächlich sieht“, sagt Bok. (Current Biology, 2014)

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