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Empire State Building in Mars-Rot

Der neue Marsrover und das Rätsel des rostigen Planeten

Empire State Building
Empire State Buildung in marsianisch roter Beleuchtung © NASA/Emma Howells

Das Empire State Building in New York ist zurzeit besonders knallig beleuchtet – in Rot. Damit weist die Stadt auf ein Ereignis hin, das sich fast 500 Millionen Kilometer entfernt abspielt: Die Landung des NASA-Rovers Perseverance auf dem Mars. Doch warum ist der Rote Planet eigentlich so rot? Wie kann seine Oberfläche ohne Wasser und Sauerstoff rostig sein?

Schon mit bloßem Auge ist zu erkennen, dass der winzige Lichtpunkt des Mars am Himmel leicht rötlich scheint. In Aufnahmen von Raumsonden ist dann die rote Farbe unseres Nachbarplaneten in voller Pracht zu erkennen. Weite Teile der Marsoberfläche sind auffallend rötlich gefärbt – ähnlich wie auch einige Gesteine der Erde. Bei diesen irdischen Rotfärbungen stecken Eisenoxide dahinter – Rost. Er entsteht, wenn Eisen in Gegenwart von Sauerstoff und Wasser oxidiert.

Rost ohne Wasser und Sauerstoff

Aber wie kann der Marsstaub rostig sein? Immerhin gibt es auf dem Roten Planeten so gut wie keinen Sauerstoff in der Atmosphäre und Wasser kommt primär als Eis oder in geringen Mengen als Wasserdampf vor. „Der Mars müsste eigentlich, abgesehen von seinen weißen Polkappen, schwarz aussehen, da die meisten Gesteine seiner mittleren Breiten aus Basalt bestehen“, erklärte vor einigen Jahren Jonathan Merrison vom Mars Simulations Laboratorium in Aarhus.

Trotzdem enthalten Geröll und Staub auf dem Mars viele Eisenoxide – sie färben seine Oberfläche rot. Allerdings reicht die rote Färbung nicht sehr tief: Es ist vor allem der Regolith, der so rötlich gefärbt ist – das lose Geröll und der Staub, die das feste Grundgestein des Planeten bedecken. Diese Schicht ist jedoch selbst an den dicksten Stellen, wie beispielsweise am Fuß der Tharsis-Vulkane, nur rund zwei Meter dick.

Hämatit durch Erosion?

Gängiger Theorie nach entstand ein Großteil des „Rosts“ auf dem Mars in seiner Frühzeit. Denn damals, vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren, war der Rote Planet der Erde noch weit ähnlicher. Es gab Flüsse, Seen und eine dichtere Atmosphäre. Lange ging man daher davon aus, dass die Marsoberfläche in dieser Zeit ihre rostige Färbung bekam, weil das in ihren Mineralen enthaltene Eisen oxidierte.

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Aber auch heute könnte noch neuer „Marsrost“ entstehen. Einen Weg dahin haben Merrison und sein Team aufgedeckt. Demnach kann das Zermahlen von dunklen Magnetit-Mineralen (Fe3O4) durch die Erosion dazu führen, dass das rötliche Hämatit (Fe2O3) entsteht. Dieses Mineral wurde kürzlich selbst auf dem Mond entdeckt – obwohl dieser keine Atmosphäre und nur wenig Wassereis besitzt.

Mars-Rover Perseverance und die Rückholmission

Was wirklich im Mars-Regolith passiert und wie er rostig wurde, könnten möglicherweise die Proben verraten, die der Mars-Rover Perseverance demnächst auf dem Roten Planeten einsammeln wird. Denn das NASA-Gefährt soll erstmals Bohrproben gewinnen, die dann später von einer anderen Sonde zurück zur Erde gebracht werden. Das macht es möglich, das Marsgestein weit genauer als bisher zu analysieren und zu erforschen. Der Rover landet am 18. Februar 2021 gegen 21:45 Uhr unserer Zeit auf dem Roten Planeten.

Quelle: NASA

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