Der Krater des größten Kernwaffentests ist bis heute zu sehen Atomares Erbe im Bikini-Atoll - scinexx | Das Wissensmagazin
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Atomares Erbe im Bikini-Atoll

Der Krater des größten Kernwaffentests ist bis heute zu sehen

Atomares Erbe im Bikini-Atoll © NASA/USGS, Landsat 8

Vor fast genau 60 Jahren zündeten die USA eine Wasserstoffbombe auf dem Bikini-Atoll in der Südsee. Diese Kernwaffen-Explosion veränderte das Atoll und seine Umwelt für immer, machte hunderte von Menschen heimatlos und bildete den vorläufigen Höhepunkt des atomaren Testwettlaufs. Diese Aufnahme zeigt den bis heute deutlich sichtbaren Krater, den die Bombe “ Castle Bravo“ im Atoll hinterlassen hat.

Am 1. März 1954 fand der Test der Castle Bravo Wasserstoffbombe statt. Die thermonukleare Bombe war der vorläufige Höhepunkt der Testserie, die die USA zwischen 1946 und 1958 auf dem Bikini-Atoll durchführte. Es handelte sich um den größten oberirdischen Test einer Wasserstoffbombe in der gesamten US-Geschichte. Und die Explosion hatte in mehr als einer Hinsicht unerwartet große Folgen. Denn statt der erwarteten vier bis sechs Megatonnen TNT setzte die Explosion eine Energie von 15 Megatonnen frei – mehr als das Tausendfache der Atombombe von Hiroshima. Ein Krater von zwei Kilometern Durchmesser und 80 Metern Tiefe entstand. Die pilzförmige Wolke aus supererhitzter Luft, Wasserdampf und radioaktiven Bestandteilen reichte 40 Kilometer hoch in die Atmosphäre. Der Fallout dieser Explosion erstreckte sich über vier Kontinente.

Diese Explosion heizte die Proteste gegen die Kernwaffentests stark an und führte letztlich dazu, dass die Verhandlungen begannen, an deren Ende das Verbot von oberirdischen Atomwaffentests stand. Das 1963 geschlossene Abkommen gilt bis heute. Den mehr als tausend umgesiedelten Bewohnern des Bikini-Atolls und der umliegenden Inseln hat dies allerdings nicht viel geholfen. Denn ihre Heimat ist bis heute radioaktiv verseucht und noch immer unbewohnbar. Einige Versuche in den 1970er Jahren, Bikini zu dekontaminieren, brachten nur wenig. Die UNESCO hat das Bikini-Atoll zu einer Welterbestätte erklärt – als Mahnmal für die Folgen des Kalten Kriegs und das atomare Wettrüsten.

Diese Aufnahme zeigt den Krater des Castle Bravo-Tests im August 2013, aufgenommen vom Landsat 8 Satelliten der NASA.

Mehr zum THema auf scinexx.de: Bikini-Atoll – Ein verlorenes Paradies und sein atomares Erbe

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