Antarktische Winterdämmerung - Unwirkliches Winterlicht auf der Anvers-Insel - scinexx.de
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Antarktische Winterdämmerung

Unwirkliches Winterlicht auf der Anvers-Insel

Anvers Island
Dämmerung über der Anvers-Insel am 4. Juli 2020© Ken Keenan/ US Antarctic Program

Wie eine verwunschene Sagenlandschaft erscheint hier die Küste der Anvers-Insel an der antarktischen Halbinsel. Die Winterdämmerung taucht das Meer und die schneebedeckten Berge im Hintergrund in ein unwirkliches rotes Licht. Das Foto wurde am 4. Juli 2020 aufgenommen – und damit mitten im Südpolarwinter.

Während bei uns Hochsommer herrscht, ist auf der Südhalbkugel Winter – und liegt auch der Südpol im Dauerdunkel der Polarnacht. Doch auf der antarktischen Halbinsel, dem am weitesten nach Norden ragenden Ausläufer des antarktischen Kontinents, ist das Winterdunkel abgeschwächt. Hier sendet die Sonne selbst mitten im Winter noch einige Strahlen über den Horizont.

Diese Aufnahme von der Anvers-Insel im Norden der antarktischen Halbinsel fängt die unwirkliche Stimmung dieser polaren Winterdämmerung ein. Im Hintergrund sind einige der Berge der Insel zu sehen – sie ragen immerhin bis zu 2.760 Meter auf. Entdeckt wurde das 74 Kilometer lange Eiland schon 1830 durch den englischen Seefahrer John Biscoe, ihren Namen erhielt sie aber erst 1898 von einer belgischen Expedition – Anvers ist der französischen Name für eine Stadt Antwerpen.

Heute liegt eine US-amerikanische Polarstation auf der Anvers-Insel. Sie dient vor allem der meeresbiologischen Forschung, aber auch der Beobachtung von mehreren großen Pinguinkolonien auf der Insel. Zudem ist die Station Teil globaler seismischer und atmosphärischer Überwachungsnetzwerke.

Die Eselspinguine im Vordergrund sind erste Vorboten des Klimawandels. Denn mit zunehmender Erwärmung der antarktischen Halbinsel dehnen sie ihr Verbreitungsgebiet immer weiter nach Süden aus. Sie folgen damit dem zurückweichenden Eis und besiedeln nun Gebiete, in denen vorher primär Adéliepinguine lebten. Weil diese ihren Lebensraum im Packeis vor der Schelfeiskante haben, waren sie in den letzten Jahren gezwungen, weiter Richtung Süden auszuweichen.

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Quelle: US Antarctic Program

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