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Zyklon Tauktae erreicht Indien

Earthview

Am Dienstag ist der Zyklon Tauktae in Indien auf die Küste des nordwestlichen Bundesstaates Gujarat getroffen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde und begleitet von starkem Regen verwüstete er die Küstenregion. Zwei Tanker sollen in Seenot geraten sein, über 20 Menschen starben bereits und bis zu 100 weitere werden vermisst.

Schon in den letzten Tagen hatten Ausläufer des Zyklons Tauktae Indien erreicht und zogen an der Westküste an den Bundesstaaten Karnataka, Kerala und Goa entlang. Dort verursachten die starken Winde und der Regen im Gefolge des Zyklons erhebliche Schäden an hunderten Häusern sowie zahlreiche Überschwemmungen. 150.000 Menschen wurden evakuiert, Zehntausende kamen in Notunterkünften unter. Trotzdem sollen laut Medienberichten bereits durch die Vorboten des Tropensturms acht Menschen ums Leben gekommen sein.

Nun ist der Tropensturm selbst in Indien eingetroffen: Er verursachte an der Westküste drei Meter hohe Flutwellen, zerstörte weitere Gebäude und riss zahllose Bäume um. Auch Stromleitungen waren betroffen, so dass hunderttausende Menschen zeitweise keinen Strom mehr hatten. Die Zahl der Todesopfer soll Medienberichten zufolge auf 24 gestiegen sein.

Zahlreiche weitere Personen könnten auf See ums Leben gekommen sein. Im Fall eines bereits am Montag gesunkenen Bohrinselversorgers teilte die indische Marine mit, dass bislang 146 von 237 Menschen an Bord gerettet werden konnten, 144 Personen würden immer noch vermisst. Außerdem wurden drei weiter Havarien gemeldet, bei denen etwa 700 Personen in Seenot gerieten. Ungünstige See- und Wetterbedingungen erschweren die Such- und Bergungsarbeiten.

Zudem stellt der Sturm auch die örtlichen Krankenhäuser vor eine Herausforderung, sodass manche Patienten umverlegt und die Impfkampagne gegen das Coronavirus in vereinzelten Regionen an der Westküste ausgesetzt werden musste.

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Von der Westküste aus schwächte sich der Zyklon auf seinem Zug ins Landesinnere mittlerweile ab und zieht nun nordostwärts in Richtung Neu-Delhi. Dennoch werden enorme Regenmengen für die nächsten Tage prognostiziert, sodass Flughäfen geschlossen und Fischer aufgefordert wurden, vorerst nicht auszulaufen.

Vermutlich hat sich Tauktae über dem Arabischen Meer gebildet und ist dann nordöstlich nach Indien weitergezogen. Laut dem Deutschen Wetterdienst könnte die Bildung des Zyklon durch den Klimawandels und das infolgedessen warme Arabische Meer ausgelöst worden sein. Denn starke Zyklone sind vor Beginn des Monsuns eigentlich sehr selten, häuften sich allerdings in den letzten Jahren: Erst vor einem Jahr kamen bei dem Zyklon „Amphan“ mehr als 110 Menschen ums Leben.

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