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Waldbrände bedrohen russisches Atomforschungszentrum Sarow

Earthview

Nicht nur im sibirischen Osten, auch im europäischen Teil Russlands brennen seit Tagen die Wälder. Südlich der Millionenstadt Nischni Nowgorod nähern sich die Flammen der Stadt Sarow, dem Standort des nationalen Atomforschungszentrums.

Wegen massiver Waldbrände haben russische Behörden in Sarow den Ausnahmezustand verhängt. Der Ort liegt rund 370 Kilometer östlich von Moskau im Verwaltungsbezirk (Oblast) Nischni Nowgorod und ist noch heute eine sogenannte geschlossene Stadt, zu der nicht jedermann Zutritt hat. Nach Angaben des russischen Katastrophenschutzministeriums hatte sich die Brandfläche in der Region in den letzten drei Tagen um das Dreißigfache auf 1.500 Hektar vergrößert. Rund 600 Feuerwehrleute seien im Einsatz, um die Flammen von der Stadt fernzuhalten.

In ganz Russland standen nach Behördenangaben am Sonntag rund 35.000 Quadratkilometer in Flammen – das entspricht der Fläche Baden-Württembergs. Der Brandschutz-Experte Grigori Kuksin von der Umweltorganisation Greenpeace sprach von den schlimmsten Waldbränden in der Geschichte der russischen Wetterbeobachtung. Green Peace geht ohnehin davon aus, dass die tatsächlich von den Bränden betroffenen Flächen größer sind als die offiziellen Werte.

Neben der anhaltenden Trockenheit in weiten Teilen des Landes, führen Experten die heutige Situation in Russland auch auf eine Entscheidung aus dem Jahre 2007 zurück, als das staatliche Luftüberwachungsnetzwerk, das für die Entdeckung und Bekämpfung von Waldbränden zuständig war, aufgelöst wurde. Die lokalen Nachfolgeorganisationen sind vielerorts ihren Aufgaben nicht gewachsen, so dass in den Weiten Russlands immer wieder Brände tagelang unentdeckt bleiben können.

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