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Vulkanausbruch im Kongo

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Ohne Vorwarnung brach am Samstagabend gegen 19 Uhr Ortszeit der Vulkan Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo aus. Die Lavaströme breiteten sich im umliegenden Virunga-Nationalpark aus und flossen auch in Richtung der knapp 20 Kilometer südlich gelegenen Stadt Goma. Östlich des Nyiragongo ergoss sich ein zweiter Lavastrom in Richtung Ruanda. Laut Medienberichten kam es im Verlaufe der Eruption außerdem zu mehreren Erdbeben.

Die in Richtung der Millionenstadt Goma fließenden Lavaströme lösten Panik unter der Bevölkerung aus. Rund 500 Häuser in Siedlungen nahe Goma sollen von der Lava verschüttet oder verbrannt worden sein. Dabei kamen bis zu 30 Menschen ums Leben. Die Regierung Kongos ordnete eine Teilevakuierung der Metropole an. Über 3.500 Bewohner flohen deshalb noch in der Nacht ins Nachbarland Ruanda. Weitere 25.000 suchten in Sake im Kongo Zuflucht. In weiten Teilen Gomas fiel der Strom aus.

Mittlerweile hat sich die Lage in den Regionen rund um Nyiragongo und auch in Goma entspannt. Die nach Süden fließenden Lavaströme kamen am Rande der Metropole zum Stehen und auch der Lavastrom östlich des Nyiragongo breitet sich nicht weiter aus. Viele der geflüchteten Menschen konnten sich wieder auf den Rückweg begeben, jedoch durften sie erst nach der Genehmigung der Regierung ins Zentrum von Goma zurückkehren. Die Flughäfen und Schulen der Städte um den aktiven Vulkan bleiben vorerst geschlossen.

Infolge des Ausbruchs wurden außerdem Teile des artenreichen Virunga-Schutzgebietes zerstört. Der bereits 1925 unter Schutz gestellte, älteste Nationalpark Afrikas zählt dank seiner unterschiedlichen Höhenlagen entlang der Virunga-Berge zu den artenreichsten tropischen Lebensräumen überhaupt. Seine Bergregenwälder zählen zu den letzten Refugien der eindrucksvollen Berggorillas und standen wegen illegalen Holzeinschlags schon vor der Katastrophe unter Druck.

Neben dem Nyiragongo liegen in der Gegend noch fünf weitere Vulkane, ersterer gilt jedoch als einer der gefährlichsten überhaupt. Zuletzt war er im Jahr 2002 ausgebrochen, wobei etwa 250 Menschen getötet und hunderttausende obdachlos wurden, weil fast der gesamte östliche Teil von Goma mit Lava bedeckt war. Noch folgenschwerer war die Eruption des Nyiragongo 1977, als mehr als 600 Menschen ums Leben kamen.

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