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Vorboten des Zyklons Tauktae erreichen Indien

Earthview

In den letzten Tagen haben die Ausläufer des Zyklons Tauktae Indien erreicht und zogen an der indischen Westküste entlang. Dort verursachten die Winde und der Regen erhebliche Schäden und laut Medienberichten sollen bereits acht Menschen ums Leben gekommen sein.

Schon letzten Freitag erreichten starker Regen und Wind die westlichen Bundesstaaten Karnataka, Kerala und Goa, weil der Zyklon Tauktae, ein Wirbelsturm der Kategorie 4, sich allmählich parallel zur indischen Westküste von Süden Richtung Norden bewegt. In den betroffenen Regionen soll es deshalb bereits zu Überschwemmungen, entwurzelten Bäumen und schweren Schäden an hunderten Häusern sowie Stromausfall gekommen sein.

In Folge der Überflutungen in Karnataka sollen vier Menschen getötet wurden sein. Im Bundesstaat Goa weiter nördlich wurden zwei weitere Menschen getötet. Laut Medienberichten sind anderenorts zudem noch zwei Menschen durch die Vorboten des Tropensturms ums Leben gekommen.

Außerdem mussten Personen von mehreren Schiffe geborgen und mehr als 150.000 Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen in den drei betroffenen Küstengebieten sowie den angrenzenden Bundesstaaten Maharashtra und Gujarat evakuiert werden. Dazu waren entlang der Küste mehr als 75 Rettungsteams des nationalen Katastrophenschutzes im Einsatz. Der Sturm stellte auch die örtlichen Krankenhäuser vor eine Herausforderung, sodass manche Patienten umverlegt und die Impfkampagne gegen das Coronavirus in vereinzelten Regionen an der Westküste ausgesetzt werden musste.

Zumindest bis Dienstag – dann soll der Zyklon im nordwestindischen Bundesstaat Gujarat mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Stundenkilometern auf das Land treffen und danach rasch abschwächen. Dabei und auch danach könnten weitere sehr starke Regenfälle anstehen. Deshalb wurden Flüge in den betroffenen Regionen gestrichen und die Fischer der Region wurden aufgefordert, bis Dienstag nicht auf See hinauszufahren.

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Vermutlich hat sich Tauktae über dem Arabischen Meer gebildet und ist dann nordöstlich nach Indien weitergezogen. Laut dem Deutschen Wetterdienst könnte die Bildung des Zyklon durch den Klimawandels ausgelöst worden sein. Denn starke Zyklone sind vor Beginn des Monsuns eigentlich die Ausnahme, häuften sich allerdings in den letzten Jahren. Bei Tauktae könnte es sich um den stärksten tropischen Wirbelsturm handeln, der die Region seit 1998 getroffen hat.

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