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Verheerende Tornadoserie in den USA fordert mehr als 70 Todesopfer

Earthview

Am vergangenen Wochenende hat es eine Serie verheerender Tornados in den US-Bundesstaaten Kentucky, Tennessee, Missouri, Illinois und Arkansas gegeben. Offizielle Stellen sprachen am Sonntag von mindestens 70 Toten. Kentucky ist wohl am stärksten betroffen, aber auch in Mississippi, Missouri, Arkansas, Illinois und Tennessee sind Todesopfer zu beklagen. Der Nachrichtensender CNN berichtete von mehr als 30 Tornados in den sechs Bundesstaaten. In vielen Städten der Region haben die Stürme massive Schäden hinterlassen, zehntausende Haushalte sind von großflächigen Stromausfällen betroffen.

Es dürften noch einige Tage vergehen, bis das volle Ausmaß der Katastrophe bekannt ist. Der Gouverneur von Kentucky, Andy Beshear, sprach jedoch bereits vom „verheerendsten Tornado-Ereignis“ in der Geschichte seines Bundesstaats. Er geht allein für Kentucky von bis zu hundert Toten aus. Die Tornados hinterließen dort eine rund 300 Kilometer lange Schneise der Verwüstung. Dabei wurde unter anderem eine Kerzenfabrik in der Kleinstadt Mayfield vollkommen zerstört. Aus der Fabrik, die wegen des Hochbetriebs zur Weihnachtszeit auch am Wochenende Nachtschichten einlegte, konnten wohl nur 40 der rund 110 anwesenden Personen entkommen, als ein Tornado die Gebäude in ein Trümmerfeld verwandelte.

In Edwardsville in Madison County, Illinois, stürzte das Dach eines Verteilzentrums des Online-Händlers Amazon teilweise ein. Dort starben sechs Menschen, 45 Personen konnten aus den Trümmern gerettet werden.

Tornados im Dezember sind in der betroffenen Region eher ungewöhnlich. Die Hochsaison in der sogenannten Tornado Alley, die sich von Texas bis nach South Dakota im Norden der USA hinzieht, dauert von Anfang März bis Mitte Juni. In diesem Fall sollen die tödlichen Wirbelstürme aus einer Reihe heftiger Gewitter im Norden von Arkansas hervorgegangen und dann über Missouri und Tennessee bis nach Kentucky und Illinois weitergezogen sein.

Nach Einschätzung von Meteorologen dürfte die aktuellen Tornados eine Stärke von F4 auf der erreicht haben. Das sei die zweithöchste Stufe der sogenannten Fujita-Skala und reiche aus, um auch feste Gebäude einzustürzen oder zu beschädigen. In den USA, wo viele Gebäude größtenteils aus Holz gebaut seien, könnten die Zerstörungen umso heftiger ausfallen. Die mitgerissenen Trümmer entfalteten dann wiederum zusätzliche Zerstörungskraft.

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