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Ursache des Fischsterbens in der Oder weiter ungeklärt

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Das Ende letzte Woche erstmals gemeldete Fischsterben in der Oder könnte sich bis an die Ufer die Ostsee ausweiten. Das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern rechnet zumindest mit Auswirkungen auf das Stettiner Haff, das von den Inseln Usedom und Wollin von der Ostsee getrennt wird. Zwischen dem schlesischen Kattowitz und der Flussmündung sollen laut polnischen Quellen bereits 28 Tonnen verendeter Fische aus dem Fluss geborgen worden sein. Neben zahllosen toten Fischen wurden in Polen entlang des Flusses auch verendete Biber und Vögel sowie tote Muscheln und Krebs gefunden. Biologen gehen davon aus, dass der Fluss Jahrzehnte brauchen wird, um sich von de Verlusten zu erholen.

Die Ursache des Massensterbens in dem deutsch-polnische Grenzfluss ist weiter unklar. Giftiges Quecksilber und andere Schwermetalle sind nach polnischen Angaben nicht die Ursache. Laut Brandenburgs Umweltminister Vogel kann es noch eine Weile dauern, bis die Untersuchung der rund 300 in Frage kommenden Substanzen abgeschlossen ist. Ebenfalls in Frage kämen anormale Wassereigenschaften: Man habe einen hohen Sauerstoffgehalt, einen hohen PH-Wert und eine hohe Salzfracht festgestellt. Dies könnte möglicherweise andere giftige Stoffe im Wasser oder im Bodensediment aktivieren.

Dass den polnischen Behörden Hinweise auf eine Umweltkatastrophe bereits Ende Juli vorlagen und trotzdem weder die polnische Öffentlichkeit noch die deutsche Stellen informiert wurden, sorgt nicht nur in Deutschland für Unmut. Auch polnische Umweltorganisationen und Flussanrainer beklagen fehlende Informationen.

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