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Rätselhaftes Tiersterben vor Kamtschatka

Earthview

Umweltschützer schlagen seit Tagen Alarm wegen eines massenhafte Tiersterbens an der Küste Kamtschatkas. Aus der Region der Awatscha-Bucht im Südosten der im Nordpazifik liegenden Halbinsel Kamtschatka wird ein Massensterben unterschiedlichster Meerestiere gemeldet. Doch Davon betroffen sind in großer Zahl Robben, Kraken, Seesterne und Fische, deren Kadaver an die Strände gespült wurden.

Die ersten Meldungen über die Katastrophe  stammten Surfern, die über Augenbrennen und Rachenschmerzen klagten. Das Wasser habe seine Farbe verändert und einen komischen Geschmack aufgewiesen. Wissenschaftler örtlicher Forschungseinrichtungen, die in der betroffene Region getaucht waren, berichten, dass in einer Tiefe von fünf bis zehn Metern 95 Prozent der dortigen Lebewesen tot seien.

Außerdem entdeckten die Wissenschaftler einen 40 Kilometer langen Schaumteppich auf dem Meer. Der Schaum habe eine tiefgrüne Färbung, sei an einigen Stellen rund 100 Meter breit und treibe auf die Kurilen-Inseln zu.

Über die Hintergründe der Umweltkatastrophe kann bislang nur spekuliert werden. Für genauere Erkenntnisse müssen zunächst die Analyseergebnisse der Wasserproben und der Untersuchung toter Meerestiere vorliegen.

Experten halten Öl oder eine natürliche Ursache für wenig wahrscheinlich. Stattdessen könnten ungesicherte Chemikalien-Lager die Ursache sein. Im Boden der rund 35 Kilometer von Kamtschatkas Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski  entfernten Gemeinde Kozelski lagern seit Sowjet-Zeiten unbeaufsichtigt giftige Chemikalien, darunter Arsen und Pestizide. Auf dem militärischen Testgelände von Radygino soll hochgiftiger Raketentreibstoff lagern.

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