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Mindestens sechs Todesopfer bei Gletscherbruch in Italien

Earthview

Am Sonntagnachmittag gegen 14 Uhr kamen bei einem Gletscherabbruch in den italienischen Alpen mindestens sechs Menschen ums Leben. Das Unglück ereignete in der Nähe des Punta Rocca an der Aufstiegsroute zum Gipfel der Marmolata, der höchste Erhebung der Dolomiten.

Zum Zeitpunkt des  Gletscherbruches befanden sich mehrere Seilschaften in dem betroffenen Gebiet. Neben den sechs Toten gibt es dreizehn Vermisste, nach denen noch gesucht wird. Weil aktuell ein weiterer großer Gletscherbrocken einzustürzen droht, können die Bergretter allerdings nicht am Boden suchen. Stattdessen wird unter anderem versucht, mit Hubschraubern und mit Spezialausrüstung Signale von den Smartphones der Vermissten zu orten.

Bislang ist noch nicht geklärt, warum am Sonntag die Eismassen mit Felsen und Geröll plötzlich in die Tiefe stürzten. Eine Ursache scheint aber das warme Wetter in der Region gewesen zu sein. Auf dem auf 3.343 Meter hohen Gipfel Punta Penia herrschten Rekordtemperaturen: Zum Zeitpunkt des Einsturzes lag der Wert bei 10,7 Grad Celsius. Und zuvor lag der Gefrierpunkt an der Marmolata 25 Tage lang über 3000 Meter. Experten vermuten daher, dass sich unter dem Gletscher sich eine gigantische Menge an Schmelzwasser angesammelt haben muss. Mit den steigenden Druck setzt sich das Wasser irgendwann explosiv frei oder es dient als Gleitmittel für bereits gelockerte Gletscherstücke, die sich loslösen und mit hohem Tempo zu Tal stürzen können.

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