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Jahrhundertfluten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

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Am Donnerstag, dem 15.07., sorgte das langsam ziehende Tief „Bernd“ in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalens und die benachbarten Benelux-Staaten für dramatische Hochwasserlagen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes waren zuvor in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag in den am stärksten betroffenen Regionen mehr als 150 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen. Die Anzahl der Todesopfer schwoll auf über 150 an.

Die Wassermassen sorgten dafür, das harmlose Bachläufe zu reißenden Flüssen anschwollen, die alles mit sich rissen, was sich ihnen in den Weg stellte, ob Fahrzeuge, Bäume, Häuser oder Brücken. Die Pegelstände kletterten in den Tälern auf sieben oder acht Meter, ganze Ortschaften versanken in den braunen Fluten, Straßen, Keller und Wohnungen wurden überflutet. Viele Häuser in den Katastrophengebieten sind eingestürzt oder instabil und unbewohnbar geworden. Mindestens 150 Menschen kamen in den Fluten um, etliche werden noch Tage später vermisst.

Die im Norden der Eifel gelegene Rurtalsperre lief in der Nacht zum Freitag über. Das Flutwasser sorgte in den angrenzenden Kommunen für weitere Schäden und Evakuierungen. Am Freitagabend brach dann auch der Rur-Damm bei Ophoven. Im nordrhein-westfälschen Kreis Euskirchen drohte in der Nacht zum Donnerstag der Damm der Steinbachtalsperre zu brechen. Kritisch war die Lage zeitweise auch an der Bevertalsperre und der Wupper-Talsperre.

Feuerwehren , Technisches Hilfswerk und Bundeswehr sind mit schwerem im Dauereinsatz. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten werden dadurch erschwert, dass mancherorts weder Strom noch Telefon funktionieren. Im Kreis Ahrweiler riss aufgrund des Unwetters eine wichtige Gasleitung, so dass der Versorger die Gasversorgung im gesamten Gebiet vom Netz nehmen musste.

Auch Belgien und die Niederlande wurde von den Unwettern hart getroffen. in Belgien kamen nach Behördenangaben mindestens 27 Personen wegen des Hochwassers ums Leben, mehr als hundert galten am Sonntag noch als vermisst. Betroffen ist vor allem die Provinz Lüttich, wo die Maas von vielen Nebenflüssen gespeist wird und der über die Ufer getretene Strom große Schäden anrichtete. Für die weiter nördlich gelegenen niederländischen Gebiete gaben die Behörden aber Entwarnung. Die Flutwelle werde unter der des verheerenden Hochwassers von 1993 bleiben und die dort mit hohem Aufwand verstärkten Deiche und Schutzbauten nicht vor Probleme stellen.

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