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Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert die Westtürkei

Earthview

Ein starkes Erdbeben hat gegen 12:50 Uhr deutscher Zeit die Westtürkei und Teile Griechenlands erschüttert. Das Zentrum des Bebens mit der Stärke 7,0 lag nach Angaben der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu in der Ägäis vor der türkischen Provinz Izmir, etwa 15 Kilometer nördlich der griechischen Insel Samos. Der United States Geological Survey (USGS) gab die Tiefe des Erdbebenherdes mit nur 10 Kilometern an.

Nach offiziellen Angaben vom Montag, dem 02.11.2020 sind 81 Menschen in Griechenland und in der Türkei ums Leben gekommen, rund 1000 wurden verletzt. Am stärksten betroffen war das Viertel Bayrakli der türkischen Millionenstadt Izmir, wo mehrere große Gebäude komplett einstürzten. Laut Angaben des Vize-Präsident Fuat Oktay wurden hunderte weitere Bauten beschädigt, 26 Gebäude müssten aus Sicherheitsgründen schnellstens abgerissen werden.

Auch in Griechenland waren die Erschütterungen zu spüren. Besonders die unmittelbar vor der türkischen Küste gelegene Insel Samos war betroffen. Von dort gab es Berichte über Gebäudeschäden. In der Kleinstadt Vathy im Osten der Insel gab es einen Tsunami. Griechische Medien verbreiteten Bilder von der überfluteten Küstenpromenade, wo das Wasser Autos wegspülte.

In der Türkei verlaufen mehrere tektonische Verwerfungslinien. Das Land wird daher immer wieder von schweren Erdbeben erschüttert. Nach Auskunft des Geowissenschaftlers Marco Bohnhoff vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam handelte es sich bei dem Beben vom Freitag um ein sogenanntes Abschiebungsbeben in der oberen Erdkruste – ein Teil des Untergrundes habe sich also nach unten bewegt. Nach seiner Einschätzung lag die Stärke des Bebens für diese Art von Erdbeben am oberen Ende des Möglichen.

 

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