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Zu Lande, zu Wasser und in der Luft…

Einsatzmöglichkeiten für Galileo im Verkehr

Im Jahr 2010 wird es nach Schätzungen von EU-Verkehrsexperten weltweit mehr als 670 Millionen Autos, 33 Millionen Busse und Lastwagen und 200 Millionen kommerzielle Vehikel aller Art geben – Tendenz steigend. Als Folge droht schon heute in vielen Ballungsräumen der Verkehrskollaps. Galileo könnte hier, zumindestens in einigen Bereichen, eine Besserung erreichen – so jedenfalls prognostiziert es die EU.

Eine kritische Phase: Der Start © IMSI MasterClips

Die in zukünftige Fahrzeuge wahrscheinlich serienmäßig eingebauten Satellitenempfänger könnten nicht nur für genauere Navigation und Routenplanung sorgen, sondern auch ihre Stärke zeigen, wenn es um den Austausch von Positionsdaten geht: Ereignet sich ein Unfall oder sonstiger Zwischenfall, kann das System automatisch oder auf Knopfdruck die Polizei und Feuerwehr alarmieren und ihnen direkt die genaue Position durchgeben – eine Information, die unter Umständen über Leben und Tod entscheiden kann. Denn heute können die Notrufzentralen immerhin in 40 Prozent der Fälle den Unfallort nicht genau bestimmen, weil entweder der Zeuge oder das Unfallopfer selbst ihre eigene Position nicht kennen. Schätzungen zufolge kann dadurch allein in Europa auf rund sechs Millionen Notrufe nicht adäquat reagiert werden.

Eine vielversprechende Anwendung sieht die EU auch in so genannten Fahr-Assistenten – elektronischen Systemen, die automatisch den Fahrer warnen oder sogar selbst in die Funktionen des Fahrzeugs eingreifen, wenn Gefahr droht. Fährt der Fahrer beispielsweise zu schnell auf eine enge Kurve zu, „merkt“ ein solches ADAS – Advanced Driving Assistance System – dies rechtzeitig, weil es über Galileo seine eigene Position auf den Meter genau kennt und mit der entsprechenden Karte vergleicht. Sofort könnte es dann beispielsweise die Geschwindigkeit des Wagens automatisch drosseln. Ähnliches gilt auch für Gefahrenguttransporte, die mithilfe solcher Systeme in Zukunft nicht nur besser überwacht, sondern auch sicherer werden sollen.

Für Schiffe…

Auf dem Wasser ist das GPS schon heute ein wichtiger Bestandteil der Schiffsnavigation – ohne Satelliten geht hier nur noch wenig. Allerdings ist das amerikanische GPS nicht genau und verlässlich genug, um als alleiniges System oder bei schwierigeren Manövern wie der Einfahrt in einen Hafen oder in der Binnenschiffahrt eingesetzt zu werden. Hier könnte in Zukunft Galileo in die Lücke vorstoßen.

Eine weitere wichtige Anwendung ist die Ortung von Schiffen in Seenot: Zur Zeit läuft dies weltweit über das so genannte COSPAR-SARSAT System, dass aber nur eine Auflösung von mehreren Kilometern bietet und das Hilfesignal zudem häufig erst mit Verzögerung weiterleitet. Galileo dagegen könnte nicht nur in Echtzeit Alarm schlagen, sondern die zu Hilfe eilenden Schiffe oder Hubschrauber auch metergenau zum Unglücksort leiten.

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…und Flugzeuge

Galileo-Anwendungen im Verkehr © ESA

In der Luftfahrt werden Satellitennavigationssysteme dagegen zur Zeit bestenfalls als Ergänzung und Zusatzsicherung eingesetzt. Warum dies so ist, erklärte Peter Nordhaus von der Firma DLE Luftfahrtservice Ende 2001 gegenüber dem Magazin telepolis: „Weder die Integrität der Signale noch die Warnzeiten bei Systemausfall genügen den Kriterien der zivilen Luftfahrt. Im Präzisions-Anflug liegt die Positions-Sicherheit im Meterbereich mit Warnzeiten von einer Sekunde. Und das kann auch mit zukünftigen satellitengestützten Systemen vorläufig nicht erreicht werden. Dazu wäre die Einführung neuer Techniken notwendig.“

Demgegenüber sieht die EU sehr wohl auch in der Luftfahrt ein Einsatzgebiet für das neue System. Insbesondere während kritischer Flughasen wie dem Landeanflug könne Galileo – gemeinsam mit den bodengestützten Leitsystemen – die bisherige Navi

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Stand: 13.08.2004

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Inhalt des Dossiers

Galileo
Europas Satellitennavigationssystem auf dem Weg ins All

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