Zellmaschinchen betreiben Nano-Fabriken - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Das Geheimnis der Asymmetrie

Zellmaschinchen betreiben Nano-Fabriken

Vier Schritte der mitotischen Zellteilung © MPG / MPI für molekulare Zellbiologie und Genetik / Ozlu / Pelletier

Noch rätseln die Wissenschaftler darüber, wie die Dynamik des hoch komplexen Spindelapparats – einer wahren Präzisionsmaschine – im Einzelnen gesteuert wird. „Wahrscheinlich spielen dabei verschiedenste Interaktionen zwischen den Mikrotubuli, Aktinfilamenten und klassischen Motorproteinen eine Rolle”, sagt Howard.

Seine Arbeitsgruppe konnte beispielsweise nachweisen, dass sich Zellen nicht genau in der Mitte, sondern asymmetrisch teilen, wenn die mit den Mikrotubuli generierten Zugkräfte auf der einen Seite des Spindelapparats größer sind als auf der anderen und dadurch die Mitosespindel in eine exzentrische Position verlagert wird. Dieser Mechanismus, der Zellen unterschiedlicher Größe produziert, könnte für die Gewebe- und Organentwicklung während der Embryonalphase von entscheidender Bedeutung sein.

Unterdessen denken Howard und seine Kollegen bereits weiter. Denn wenn, so die Überlegung, molekulare Motoren in den Zellen derart präzise arbeiten, dann könnte man sie möglicherweise auch für miniaturisierte Herstellungsprozesse technisch nutzen. Beispielsweise ließen sich DNA-Stücke an Motormoleküle koppeln, um die Strom leitenden Gen-Schnipsel zu miniaturisierten Drähten zusammenzubauen. Dereinst könnten sogar ganze Nano-Fabriken mithilfe der Zellmaschinchen betrieben werden, spekuliert Howard. Wenn auch solche molekularen Produktionsstraßen derzeit noch Zukunftsmusik bleiben – unvorstellbar ist es nicht, dass die Motoren des Lebendigen eines Tages die Welt der Technik erobern.

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. 10
  22. |
  23. 11
  24. |
  25. weiter


Stand: 23.10.2004

Anzeige
Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Molekulare Motoren
Protein-„Maschinen“ als Triebfeder des Lebens

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Leben ist Bewegung
Myosine, Kinesine und Dyneine sorgen für zellulären Nahverkehr

Myosinmoleküle mit Hebelwirkung
Dem Mechanismus der Gleitbewegung auf der Spur

Eine Zelle ist kein Wackelpudding
„Mikrotubuli” als Infrastruktur für den Zellverkehr

Zwischen „catastrophe” und „rescue“
Zelle verlegt Transportgleise ständig neu

Zellmaschinchen betreiben Nano-Fabriken
Das Geheimnis der Asymmetrie

Gemeinsam sind wir stark
Kollektivarbeit im Nanokosmos

Wie erzeugen Nanomaschinen Kraft?
Auf der Suche nach dem Prinzip

Wie das Schwimmen in einem Sirup
Bewegung von Spermien und Pantoffeltierchen

20 Milliarden Motoren für einen US-Cent
Forscher erarbeiten Grundlagen für eine molekulare Fabrik

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Symmetrie - Geheimnisvolle Formensprache der Natur

Anzeige
Anzeige