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Umstrittener Forschungs-Standort Umlaufbahn

Wissenschaft statt Wagnis

Während die Mondfahrer wagemutige Abenteurer waren, steht die Raumfahrt der vergangenen 40 Jahre ganz im Zeichen der Wissenschaft. Die ISS eignet sich für Grundlagenforschung, weil dort Experimente unter minimalem Einfluss der Schwerkraft gemacht werden können. Auch wenn eine Reise zur Raumstation immer noch viele Gefahren birgt – das Risiko ist kalkulierbarer als bei den Fernmissionen.

ESA-Astronaut Alexander Gerst beim Experimentieren in der ISS - fast ganz normale Wissenschaft. © NASA/JSC

Die Astronauten von heute riskieren nicht ihr Leben in draufgängerischen Manövern, die noch nie ein Mensch zuvor ausgeführt hat. Sie sind keine Pioniere wie ihre Vorgänger, die in die noch unbekannten Weiten des Alls vorgedrungen sind. Früher waren die Astronauten selbst die Forschungsobjekte: Was sie erlebt, was sie erzählt haben – das waren die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das All.

Als Forschungsstandort zu teuer?

Mittlerweile sind Astronauten im Weltraum vor allem Mittel zum Zweck: Sie sollen dort Experimente durchführen, in denen sie nur noch selten Akteure sind. Und das einen kurzen Flug von der Erde entfernt. Die Raumfahrt ist zur Routine geworden. Sie steht allerdings politisch in Frage.

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Die ISS hat bereits über 100 Milliarden Dollar verschlungen; Steuergeld, mit dem die beteiligten Regierungen auch neue Schulen und Straßen hätten bauen oder Sozialpakete schnüren können. Dinge, die sich leichter in Wählerstimmen übersetzen ließen als komplizierte Experimente mit ungewissem Ausgang. Deutschland zahlt jedes Jahr etwa 300 Millionen Euro für die ISS. Bis 2020 wird es sie noch geben. Was danach passiert, darauf konnten sich die Regierungen noch nicht einigen. Das Ende der Internationalen Raumstation ist möglich.

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Der Traum lebt

Steckt die bemannte Raumfahrt also in einer existenziellen Krise? Nur vordergründig. Astronauten wie der aus dem All twitternde Alexander Gerst oder die vor wenigen Wochen mit einer Espressomaschine zur ISS aufgebrochene Italienerin Samantha Cristoforetti schaffen es, die Menschen wieder für die Faszination Weltraum einzunehmen.

Und das Beispiel Orion zeigt: Der uralte Traum von der Entdeckungsreise in die Ferne des Alls ist auch 45 Jahre nach der ersten Mondlandung nicht tot. Im Gegenteil: Bis 2020 will die NASA wieder zum Mond, in den 30er Jahren dann zum Mars.

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Bastian Berbner / Helmholtz Perspektiven
Stand: 06.02.2015

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Vor dem großen Sprung?
Neuer Aufbruch in der bemannten Raumfahrt

Apollo, Orion und die ISS
Der Stand der Dinge

Wissenschaft statt Wagnis
Umstrittener Forschungs-Standort Umlaufbahn

Ein neuer Boom
Startups geben der bemannten Raumfahrt neuen Schub

Auf zum Mars!
Neue Pläne für Flüge zum Roten Planeten

Roboter versus Astronaut
Was kann die bemannte Raumfahrt besser?

Diaschauen zum Thema

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