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Wie Vulkane uns nützen können

Rohstoff- und Energielieferanten

Fruchtbarkeit vulkanischer Böden

Vulkanite liefern bei ihrer Verwitterung wegen ihres Phosphor- und Kaligehalts sehr nährstoffreiche Böden, auf denen besonders Fruchtbäume und Weinstöcke ausgezeichnet gedeihen. Daher sind die unteren Hänge der Vulkane in gemäßigten und tropischen Klimazonen meist dicht bevölkert. Nur wenige dieser Vulkane haben katastrophale Ausbrüche, die die Vulkan Pu´u O´o/Hawaiigesamte Kulturlandschaft auf Jahrzehnte vernichten würde. Die meisten Ausbrüche fördern nur mäßige Mengen von Aschen, die rasch verwittern und als mineralisches Düngemittel wirken. Das Risiko von Zerstörungen ist im allgemeinen klein im Vergleich zu dem reichen Ernteertrag der verschonten Gebiete des Vulkans.

Schwefelmine in Indonesien. © Uwe Aranas/CC-BY-SA-3.0

Vulkanische Rohstoffe

In den südamerikanischen Anden und in Indonesien wird bspw. der Schwefel der solfatarisch tätigen Vulkane abgebaut. Seit dem Altertum werden aus den durch Fumarolengase in Kaolin umgewandelten Vulkaniten Porzellanerde und Alaun gewonnen. Die meisten Zinnober- und Antimon-Lagerstätten sind unter subvulkanischen Bedingungen aus magmatischen Restlösungen entstanden. Unter ähnlichen Bedingungen bildeten sich auch Goldlagerstätten, z. B. in Siebenbürgen und Japan. Magmatischen Ursprungs sind auch die meisten Erze von Kupfer, Blei, Zink, Uran, u. a.

Die Liste ließe sich noch beliebig fortführen: So verwendeten bereits die Ägypter und Römer Basalte, metamorphorisierte Rhyolithe und Andesite als Ornamentsteine und für Skulpturen.

Vulkanische Energie

Unter günstigen Umständen kann die vulkanische Wärme nutzbar gemacht werden (Geothermik). Sogenannte Naturdampfkraftwerke können große Mengen an Energie erzeugen. Der Dampf bricht mit Überschallgeschwindigkeit unter ohrenbetäubendem Lärm aus den Bohrlöchern hervor. Ein einziges Bohrloch kann bis 10.000 Kilowatt liefern, d. h. 80 Millionen Kilowatt im Jahr. Die aus Naturdampf (Geysire) gewonnene elektrische Energie ist drei- bis viermal billiger als die der Wasserkraftwerke, der thermoelektrischen Anlagen oder Kernreaktoren. Naturdampfkraftwerke stehen z. B. in Wairakey/Neuseeland oder in Kalifornien/USA, in Mexiko, Japan, Philippinen und Island.

In Vulkangebieten, wo Magma relativ nahe unter der Erdoberfläche liegt, steigt die Temperatur der Erde viel schneller an als üblich. Das Grundwasser in diesen Regionen wird erhitzt. In einigen Gebieten wird das heiße Grundwasser zur Heizung genutzt. Reykjavik/Island wird z. B. die „Stadt ohne Schornsteine“ genannt; Hier ist nahezu jeder Haushalt an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Stadt liegt sozusagen auf einem Heißwasserboiler. In einer Tiefe zwischen 600 Meter und 2.800 Meter kann warmes Wasser oder Dampf gezapft werden. Die Temperatur liegt zwischen 79° und 131° Celsius.

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Stand: 19.01.2000

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Vulkanismus
Die brodelnde Gefahr

Was ist Vulkanismus?
Definitionen und Begriffe

Wie entsteht ein Vulkan?
Zuerst beginnt die Erde zu beben...

Die geographische Verteilung der Vulkane
Die globale Verteilung ist kein Zufall

Hot-spot-Vulkanismus
Die Hawaii-Inseln

Lava
Der heiße Strom

Von Bomben, Asche und Lavafetzen
Förderprodukte des Vulkans

Vom Schildvulkan zur Caldera
Die Vulkantypen

Auf allen Kontinenten und zu allen Zeiten...
Große Eruptionen im Überblick

Die gefährlichsten Berge der Welt
Die zerstörerische Kraft der Vulkane

Wie Vulkane uns nützen können
Rohstoff- und Energielieferanten

Vulkane sind unberechenbar...
Überwachung tätiger Vulkane

Glossar
Von Asthenosphäre bis Vulkanite...

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