Wie eine Spinne in ihrem Netz… - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Wie eine Spinne in ihrem Netz…

Ein schwarzes Loch gibt es in jeder Galaxie

Astronomen stießen in den 1960er-Jahren auf sternähnliche Himmelskörper, die wesentlich leuchtkräftiger waren als alle bis dahin bekannten Objekte. Diese so genannten Quasare – Quasistellare Radioquellen – strahlten in einem Gebiet, das nicht größer als unser Sonnensystem ist, bis zu zehntausendmal mehr Energie ab als sämtliche hundert Milliarden Sterne unserer Milchstraße zusammen.

Modell eines Quasars mit Gammastrahlen-Jet © NASA/CXC/M.Weiss

Später wurde klar, dass die Quasare ungewöhnlich helle und kompakte Zentralregionen von Galaxien sind, die sich wegen ihrer unübertroffenen Leuchtkraft über Milliarden von Lichtjahren hinweg beobachten lassen.

Gasscheibe füttert schwarzes Loch

Auch eine Theorie zur Erklärung dieses enormen Energieausstoßes ließ nicht lange auf sich warten. Und sie gilt im Großen und Ganzen noch heute: Demnach ruht im Zentrum des Quasars ein gigantisches schwarzes Loch. Dieses zieht aus der Umgebung Materie an, die sich zunächst in einer Scheibe ansammelt und es umkreist.

Aufgrund von Reibung heizt sich das Gas auf, verliert an Energie und nähert sich auf spiralförmigen Bahnen dem schwarzen Loch, bis es schließlich darin verschwindet wie Wasser in einem Abfluss. Diese heiße Gasscheibe ist für das Quasar-Leuchten verantwortlich und sie „füttert“ das schwarze Loch und lässt es wachsen.

{2l}

Anzeige

Schwarze Löcher häufiger als gedacht

In den folgenden Jahrzehnten wurde dann immer deutlicher, dass schwarze Löcher nicht nur in den Zentren von Quasaren sitzen, sondern vermutlich in jeder Galaxie. Auch in unserer Heimatgalaxie befindet sich eine solche Schwerkraftfalle.

Die zentralen schwarzen Löcher sind zwischen etwa einer Million und mehreren Milliarden Sonnenmassen schwer. Und die sie umgebenden Gasscheiben können unterschiedlich stark strahlen, wobei die aktuelle Wachstumsrate die Helligkeit bestimmt: Je mehr Materie das schwarze Loch aufnimmt, desto heller leuchtet die Scheibe.

  1. zurück
  2. 1
  3. |
  4. 2
  5. |
  6. 3
  7. |
  8. 4
  9. |
  10. 5
  11. |
  12. 6
  13. |
  14. 7
  15. |
  16. 8
  17. |
  18. 9
  19. |
  20. 10
  21. |
  22. weiter

Thomas Bührke / MaxPlanckForschung
Stand: 22.05.2009

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Schwarze Löcher als Geburtshelfer der Galaxien
Forscher enträtseln kosmische Giganten

Wie eine Spinne in ihrem Netz…
Ein schwarzes Loch gibt es in jeder Galaxie

Symbiose zwischen schwarzem Loch und Galaxie?
Forscher weisen strengen Zusammenhang zwischen den Massen nach

Babyboom nach kosmischer Hochzeit
Rätsel um schnell wachsende schwarze Löcher

Große schwarze Löcher wurden schnell erwachsen
Das Konzept des kosmischen „Downsizing”

Schwarze Löcher als Geburtshelfer?
Blick in die Vergangenheit des Universums

Der unaufhaltsame Kollaps eines Schwergewichts
Wie schwarze Löcher entstehen

Schwarze Löcher als Sternenschleuder
Wenn Galaxien kollidieren

Die Durchsuchung des Himmels
Der Sloan Digital Sky Survey

Dunkle Materie und noch viel mehr
Ein kleines Glossar

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Kometen - Rätselhafte Vagabunden im Weltraum

Big Eyes - Riesenteleskope und die letzten Rätsel im Kosmos

Anzeige
Anzeige