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Wettlauf der Gesteine

Gletscher machen Landschaften

Sand, Kies und Geröll: Milliarden Tonnen an Materialien schoben die Gletscher bei ihren Vorstößen während der Kaltzeiten vor sich her. Gesteinsbrocken, die beispielsweise in Skandinavien abgetragen wurden, fanden sich nach Rückzug der Eismassen manchmal viele hundert oder tausend Kilometer weiter südlich wieder.

Wurden riesige Brocken mitgerissen, verloren sie auf ihrem Weg Richtung Süden häufig viel an Masse oder wurden sogar komplett zerrieben und abgelagert. Bis zu 50 Tonnen Gewicht auf 100 Kilometer Reisedistanz – so ermittelten Wissenschaftler – hinterließen manche Quader auf den eiszeitlichen Gletscherautobahnen. Kein Wunder, dass deshalb selbst von gewaltigen Gesteinsbrocken am Zielort der Reise manchmal nur noch Staub oder fußballgroße Reste übrig blieben. Je widerstandsfähiger die Gesteine, desto besser überstanden sie den Transport.

Überall dort, wo die Gletscher schließlich zum Stillstand kamen, lagerten sie die mitgeführten Materialien in Form von bogenförmigen Wällen, den so genannten Endmoränen ab. Änderten sich die Klimaverhältnisse und der Gletscher begann langsam zu schmelzen, sammelten sich an der Gletscherstirn große Mengen an Schmelzwasser. Mit der Zeit durchbrach dieses Wasser dann an vielen Stellen den Endmoränenwall und ergoss sich in die davor liegende Ebene. Dort bildeten sich zahlreiche kleine Bäche und Flüsse, die sich schließlich in einem breiten Urstromtal sammelten.

Gletscherwirkung © MMCD

Je mehr die Temperaturen anstiegen und je weiter sich die Eismassen zurückzogen, desto mehr Land wurde freigegeben. Direkt vor dem Erdmoränenwall hatte der Gletscher meist eine Vertiefung in den Boden gefräst, in dem sich Schmelzwasser sammelte.

Einige Eisbrocken, die so genannten Toteisblöcke, trennten sich vom Hauptgletscher ab, schmolzen und lieferten das Wasser für kleine Seen. Nach dem endgültigen Abschmelzen des Gletschereises zeigte sich das ganze Ausmaß der Gletscherwirkung in der Landschaft. Die tiefe Rinnen am Grund des Gletschers, die von abfließendem Schmelzwasser stammten, füllten sich mit Wasser. Neue Hügellandschaften ragten aus den Ebenen heraus. Die ganze, vor kurzem noch vom Eis bedeckte Fläche war zudem mit einem Sammelsurium aus Staub, Sand, Dünen, Kiesen und Geröll überzogen.

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Stand: 19.02.2002

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Eiszeiten
Die frostige Vergangenheit der Erde...

Wenn die Erde eine Erkältung hat...
4,6 Milliarden Jahre zwischen "warm" und "kalt"

Enthüllungen der Frühzeit
Die ersten Eiszeiten

Snowball Earth
In den Klauen der Kälte...

Von der Kältehölle zur eisfreien Zone
Zeitreise durch die Jahrmillionen

1.000 Meter Eis über Deutschland
Die letzten beiden Eiszeiten

Von Mammuts, Bohrkernen und D/O-Ereignissen
Klimaschwankungen während der letzten Eiszeit

Klimakapriolen ohne Ende...
Von der letzten Eiszeit bis heute

Vorsicht Gletscherwanderung!
Woher stammten die Eismassen während der Eiszeit?

Wettlauf der Gesteine
Gletscher machen Landschaften

Von Löss, Findlingen und Fjorden
Spuren der Eiszeiten

Ein Schweizer schreibt Geschichte
Louis Agassiz und die Eiszeiten

Wehe, wenn die Erde kippelt...
Erdbahnparameter und ihre Folgen

Plattentektonik, Meeresströmungen und mehr
Eiszeiten und ihre Entstehung

Die Suche nach dem Klima der Vergangenheit
Archive geben Auskunft

Sedimente, Eiskerne und Jahresringe
Eiszeitforscher und ihre Methoden

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Wetterextreme - Klimatische "Ausrutscher" oder Folgen des Klimawandels?

Klimawandel - Bringt der Mensch das irdische Klima aus dem Gleichgewicht?

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