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Wechsel aus Eruptionen und Ruhe

Die Eruptionsgeschichte der Eifel

Die Dauer der ersten Ausbruchsphase lässt sich nicht genau bestimmen. Jedoch lassen sich mehrere Zeiträume nachweisen, in denen die vulkanische Aktivität zur Ruhe kam. In dieser Zeit wurden die Ablagerungen teilweise abgetragen. Nach einer längeren Ruhephase entstand ein neues Ausbruchszentrum rund einen Kilometer südwestlich. Dies signalisiert den Beginn einer zweiten Eruptionsphase.

Nach der zweiten Ausbruchsphase kamen die Vulkane für längere Zeit zur Ruhe. Das lässt sich aus diesen Funden von Ashflowtuff mit Abdrücken von Baumästen schließen. Offenbar wuchs auf den vulkanischen Ablagerungen ein Nadelwald, dessen Stämme einen Durchmesser von 25 bis 30 Zentimetern erreichten. © Cliff Shaw und Allan Woodland / Universität Frankfurt

Die Ablagerungen dieser Phase bestehen vor allem aus Schlacke, die viel weniger Nebengesteinsfragmente enthält, was für einen anderen Charakter des Ausbruchs spricht. Im Gelände finden sich Hinweise auf weniger explosive Spalteruptionen und kleinere Lavabrunnen. Nach dieser Phase kam eine längere Unterbrechung, während der auf den vulkanischen Ablagerungen ein Wald gewachsen ist. Die Nadelbäume in diesem Wald haben einen Durchmesser von 25 bis 30 Zentimetern erreicht.

Letzte Eruption erzeugt Schlackenkegel

Die dritte und letzte Ausbruchphase ereignete sich auf der Südseite des von Phase zwei entstandenen Vulkans und vernichtete den Wald in der unmittelbaren Nähe. Diese neue Eruption führte zur Bildung eines Schlackenkegels. Diese Phase endete damit, dass der Krater sich mit Schlacke und einem Lavastrom füllte, der zuvor im Krater gestaut und auf eine Mächtigkeit von 15 Metern angewachsen war.

Obwohl keine „Olivinbomben“ in den Ablagerungen der zweiten und dritten Ausbruchsphasen gefunden wurden, kann man anhand der chemischen Zusammensetzung der Laven schließen, dass diese Magmen auch aus dem Erdmantel stammen und mehr oder weniger schnell zur Oberfläche befördert wurden. Das Fehlen von Xenolithen ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass die Wände der Förderkanäle in der Tiefe bereits mit kristallisiertem Magma abgedeckt waren oder dass das Magma langsam genug aufstiegt, um die Bruchstücke vollständig auflösen zu können.

Explosive Eruption mit viele Wasserdampf (Phreatomagmatische Eruption) © USGS

Nächster Ausbruch im Südosten

Die vulkanischen Ablagerungen vom Rockeskyller Kopf belegen eine lang währende Ausbruchgeschichte, die sich über mehrere Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende, hinzog. Die Anfangsphase war explosiv und meist zerstörerisch. Dies ist auf die Wechselwirkung mit dem Grundwasser in der Nähe der Erdoberfläche zurückzuführen.

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Die späteren Ausbruchsphasen waren im Allgemeinen ruhiger und wahrscheinlich nur von lokaler Bedeutung. Wenn die Aktivität in der Vulkaneifel weiter anhält, wird dies einen starken Einfluss auf die Region haben, auch auf den Geo-Tourismus. Berücksichtigt man die Altersverteilung der Vulkane, wird der nächste Ausbruch wahrscheinlich irgendwo in der Südost-Hälfte des Vulkanfelds stattfinden. Aber es kann noch mehrere Tausend Jahre dauern, bis wir so weit sind.

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Alan B. Woodland und Cliff S. J. Shaw / Forschung Frankfurt
Stand: 13.03.2009

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Unter den Maaren brodelt es noch
Die Eifelvulkane: Ruhend aber noch lebendig

Blühende Landschaft auf vulkanischen Grund
Der Eifel-Vulkanismus ruht nur, ist aber nicht tot

Besuch aus den Tiefen des Erdmantels
Wie Maare und Schlackenkegel entstehen

Der Rockeskyller Kopf als Forschungsobjekt
Der zeitlichen Entwicklung von Vulkankomplexen auf der Spur

Wechsel aus Eruptionen und Ruhe
Die Eruptionsgeschichte der Eifel

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