Wasserflöhe - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wasserflöhe

Krebse im Miniformat

Wenn man in einem See oder in einer Pfütze nach Lebewesen sucht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man Wasserflöhe findet. Denn sie kommen in allen Arten von Süßwasseransammlungen vor. Nur in schnellfließenden Gewässern können sie sich nicht halten. Meistens findet man sie in Ufernähe, wo es viele Pflanzen gibt, die sie zur Nahrungsaufnahme abweiden können. Sie filtrieren aber auch Plankton, durchwühlen Bodenschlamm oder gleiten an der Unterseite des Wasserspiegels entlang.

Mit bloßem Auge kann man sie schon an ihrer leicht hüpfenden Fortbewegungsart erkennen. Diese kommt durch ruckartige Schläge der langen Antennen zustande, die mit zur Fortbewegung genutzt werden. An den Enden befinden sich große Schwimmborsten, die sich beim Ruderschlag auffächern und so den Widerstand im Wasser erhöhen. Bei der Rückbewegung klappen die Borsten um, so dass der Widerstand reduziert wird. Bewegt werden die Antennen über stark ausgebildete Muskeln.

Wasserflöhe sind echte Verwandlungskünstler. Ihr Aussehen ist meist an den bevorzugten Aufenthaltsort angepasst. Die Arten, die sich vom Plankton ernähren, sind in der Regel durchsichtig, solche, die in Bodennähe leben, sind gelblich. In moorigen Gewässern gibt es sogar grün bis schwarz gefärbte Arten. Ebenso flexibel ist auch die Ausbildung von Verteidigungsmechanismen. In fischreichen Gewässern gibt es ausschließlich Daphnien, bei denen der Panzer so weit ragt, dass er wie ein Helm den Kopf schützt. Zusätzlich haben diese Tiere einen langen Schwanzstachel. Forscher fanden heraus, dass diese Umwandlung nicht genetisch bedingt ist, sondern durch chemische Signalstoffe im Wasser ausgelöst wird. So können die Wasserflöhe innerhalb von Tagen auf Änderungen reagieren und sich zur Verteidigung rüsten.

Durch ihr massenhaftes Auftreten liefern sie einen entscheidenden Beitrag zur Fischnahrung. Dabei spielen sie jedoch kleineren Fischen häufig einen Streich. Da diese nicht in der Lage sind, die Wasserflöhe mitsamt ihrem Panzer zu schlucken, gehen sie leer aus und müssen sich andere Beute suchen. Eine Massenvermehrung von Daphnien kann durchaus zum Problem für die Fische werden, da sie sich teilweise von denselben Zooplankton-Arten ernähren wie einige Jungfische, die auf diese Nahrungsquelle angewiesen sind. Dazu gehören zum Beispiel andere winzige Krebstiere und Rädertiere. Die meisten leben aber als Filtrierer von einzelligen Algen und Bakterien.

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Stand: 15.04.2005

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Leben im Wassertropfen
Ein Kosmos für sich

Bakterien
Unerlässlich für Mensch und Natur

Cyanobakterien
Bindeglied zwischen Bakterien und Pflanzen

Goldalgen
Schön, aber gefährlich

Diatomeen
Lebende Fossilien

Euglenophyta und Dinophyta
Einzeller mit effektiven Verteidigungsstrategien

Grünalgen und Jochalgen
Kolonieleben mit Arbeitsteilung

Zooplankton
Der Zoo unter der Lupe

Wasserflöhe
Krebse im Miniformat

Überlebenskünstler
Anpassung an widrige Umweltbedingungen

Zeigerorganismen
Artenvielfalt sagt Wassergüte voraus

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