Vorsicht Gletscherwanderung! - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Vorsicht Gletscherwanderung!

Woher stammten die Eismassen während der Eiszeit?

Große Teile der Erdoberfläche waren während der Kältephasen immer wieder von gewaltigen Eispanzern bedeckt. Vor 135.000 Jahren, in der Saale-Eiszeit, befand sich beispielsweise fast die gesamte Nordhalbkugel im Banne des Eises. Nordamerika, Sibirien, England, Skandinavien, aber auch die Niederlande, Norddeutschland und der Alpenraum „meldeten“ Gletscheralarm. Wie aber konnten die Eismassen soweit nach Süden vordringen?

Eispanzer © NASA/JPL

Gletscher gab es damals zunächst nur im dem Bereich der Hochgebirge und der polaren Regionen. Als sich das Klima abkühlte und mehr Niederschläge als Schnee, Graupel oder Hagel über ihnen niedergingen, als an ihrem Ende durch Abschmelzen verloren ging, begannen sie zu wachsen.

Je höher sich die Schneemassen mit der Zeit auftürmten, desto mehr verdichtete sich der Schnee und wurde schließlich zu echtem Gletschereis. Durch den enormen Druck der Eismassen flossen die Gletscher oder Eisschilde vom Zentrum aus langsam zu den Seiten weg. Weitere Schneefälle und dauerhaft niedrige Temperaturen führten dazu, dass die Gletschermassen immer mächtiger wurden und aus den polaren Regionen immer weiter nach Süden vorstießen.

Als die Eispanzer der Erde schließlich eine bestimmte Größe erreichten hatten, reflektierten sie immer mehr Sonnenlicht aufgrund ihrer weißen Oberfläche. Damit war ein Prozess in Gang gesetzt, bei dem der Blaue Planet immer weiter auskühlte und schließlich in die Saale-Eiszeit „schlitterte“.

Die Gletscherwanderung verlief je nach Relief und Klimaverhältnissen unterschiedlich schnell. Besonders „rasant“ bewegten sich die Eismassen dann, wenn der Untergrund eben war und die Gletscher wenig Sand, Gestein oder Geröll aufnahmen. Größere Wassermengen, die sich unter dem Gletscher sammelten, erhöhten das Tempo weiter.

Anzeige

Schließlich bedeckten die Eismassen während der Kaltzeit gewaltige Land- und Ozeanflächen. In den Eisschilden waren zum Höhepunkt der Kaltzeiten so große Wassermengen gebunden, dass der Meeresspiegel weltweit um 100 Meter oder mehr sank. Dort, wo der Eisnachschub das Abschmelzen der Gletscher schließlich nicht mehr ausgleichen konnte, kamen die Eismassen schließlich zum Stehen.

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. 10
  22. |
  23. 11
  24. |
  25. 12
  26. |
  27. 13
  28. |
  29. 14
  30. |
  31. 15
  32. |
  33. 16
  34. |
  35. weiter


Stand: 19.02.2002

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Eiszeiten
Die frostige Vergangenheit der Erde...

Wenn die Erde eine Erkältung hat...
4,6 Milliarden Jahre zwischen "warm" und "kalt"

Enthüllungen der Frühzeit
Die ersten Eiszeiten

Snowball Earth
In den Klauen der Kälte...

Von der Kältehölle zur eisfreien Zone
Zeitreise durch die Jahrmillionen

1.000 Meter Eis über Deutschland
Die letzten beiden Eiszeiten

Von Mammuts, Bohrkernen und D/O-Ereignissen
Klimaschwankungen während der letzten Eiszeit

Klimakapriolen ohne Ende...
Von der letzten Eiszeit bis heute

Vorsicht Gletscherwanderung!
Woher stammten die Eismassen während der Eiszeit?

Wettlauf der Gesteine
Gletscher machen Landschaften

Von Löss, Findlingen und Fjorden
Spuren der Eiszeiten

Ein Schweizer schreibt Geschichte
Louis Agassiz und die Eiszeiten

Wehe, wenn die Erde kippelt...
Erdbahnparameter und ihre Folgen

Plattentektonik, Meeresströmungen und mehr
Eiszeiten und ihre Entstehung

Die Suche nach dem Klima der Vergangenheit
Archive geben Auskunft

Sedimente, Eiskerne und Jahresringe
Eiszeitforscher und ihre Methoden

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Wetterextreme - Klimatische "Ausrutscher" oder Folgen des Klimawandels?

Klimawandel - Bringt der Mensch das irdische Klima aus dem Gleichgewicht?

Anzeige
Anzeige