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Von Sumerern, Römern und Singhalesen

Aus der Geschichte des Staudammbaus

8.000 vor Christus

Die Bewohner der Gebirgsausläufer der Zagros-Kette im heutigen Iran zählten vermutlich zu den ersten Staudammbauern in der Geschichte der Menschheit. 8.000 Jahre alte Bewässerungskanäle haben Wissenschaftler in dieser Region Mesopotamiens gefunden. Schmale Wehre aus Reisig und Erde dienten damals vermutlich dazu, das Wasser der Flüsse und Bäche in die zahlreichen Kanäle abzuleiten.

6.000 vor Christus

Die Sumerer haben bereits vor mehr als 6.000 Jahren die Ebenen Mesopotamiens mit einem Netzwerk aus Bewässerungskanälen überzogen. Auch wenn im Einzugsgebiet von Euphrat und Tigris kein direkter Beweis für die Existenz von Dämmen gefunden wurde, sind die Forscher sicher, dass die Bewohner sie zur Bändigung der Fluten im Rahmen der Bewässerung verwendeten.

3.000 vor Christus

Erste echte Überbleibsel von Dämmen der Antike haben Historiker etwa auf die Zeit um 3.000 vor Christus datiert. Gefunden wurden sie im Nahen Osten, im Staatsgebiet des heutigen Jordanien. Sie waren Teil eines ausgeklügelten Wassertransportsystems für die Stadt Java. Wichtigster Bestandteil dieser Konstruktion war ein breites Wehr, das das Wasser über einen Kanal in zahlreiche kleine Speicherbecken ableitete.

2.600 vor Christus

Etwa zur Zeit der ersten Pyramiden schufen ägyptische Baumeister einen Damm an einem nur zeitweilig wasserführendem Fluss in der Nähe von Kairo. Dieser Gigant der Antike bestand hauptsächlich aus Sand, Kies und Steinen und war über zehn Meter hoch und mehr als 100 Meter lang. Vollendet wurde dieses Mega-Projekt der alten Ägypter anscheinend aber nicht. Im Rahmen einer größeren vorchristlichen Naturkatastrophe spülten gewaltige Wassermassen einen Teil des Damms weg. Warum aber die Bauarbeiten danach nicht wieder aufgenommen wurden, ist bis heute unklar. Hinsichtlich der vorgesehenen Funktion des Dammes stehen die Experten ebenfalls vor einem Rätsel.

Seit 1.000 vor Christus

Kurz vor Christi Geburt entstanden in vielen Teilen der Erde zahllose größere und kleinere Dämme. Reste dieser Bauten hat man unter anderem im Mittelmeerraum oder in China gefunden. Und in Europa waren besonders die Römer berühmt für ihre Staudämme und Aquädukte.

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Aber auch in Südasien hat die Dammbaukunst eine lange Tradition. Um 400 vor Christi besaß einer dieser Dämme auf Sri Lanka sogar bereits eine Höhe von mehr als 30 Metern. Für lange Zeit sollte er unübertroffen bleiben. Erst wesentlich später – im 12. Jahrhundert – setzte dann der singhalesische König Parakrama Babu hinsichtlich der Länge von Staudämmen neue Maßstäbe. Einer seiner zahllosen Bauten erreichte sogar eine Ausdehnung von 14 Kilometern.

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Stand: 13.11.2000

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Staudämme
Billige Energie oder Vernichtung von Natur und Existenzen?

Giganten der Technik...
Staudämme und ihre Aufgaben

Unverwechselbar in Form und Gestalt
Welche Staudammtypen gibt es?

Energiegewinnung am Damm
Von Wehren, Staustufen und Speicherkraftwerken

Kampf gegen die todbringenden Fluten
Staudämme als Schutz gegen Überschwemmungen

Vertreibung, Hunger und Krankheit
Staudamm versus Mensch

Die Rache des Flusses
Der Verlust der Sedimente und die Folgen

Von Erosion und Artensterben
Auswirkungen auf das Flusssystem und seine Bewohner

Keine Rettung vor Jahrhundertfluten
Staudämme und der Hochwasserschutz

Klimaschäden
Wenn Stauseen Treibhausgase produzieren

Mehr als ein Wunderwerk der Technik...
Der Damm der Superlative

Streit um den "Drei-Schluchten-Damm"
Probleme und Mängel des Projektes

Staudämme: Retter oder Monster?
"Für und Wider" der Wasserkraftnutzung

Von Sumerern, Römern und Singhalesen
Aus der Geschichte des Staudammbaus

Welt im Wandel
Der Boom des Dammbaus in den letzten 200 Jahren

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