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Von Kreuzrittern und Piraten

Dem Südland auf der Spur

Alvaro de Mendana ist der nächste in der Reihe, der versucht sich den Traum vom Südland zu erfüllen. 1567 macht er sich auf Anweisung des spanischen Gouverneurs von Peru aus mit drei Schiffen auf die Suche nach Terra Australis Incognita. Auch nach 6.000 Kilometer wilder Irrfahrt hat er noch nicht die geringste Spur davon entdeckt. Dafür stößt er kurz vor der Küste Neuguineas auf eine Inselgruppe, die er Salomon-Inseln nennt. Frustriert kehrt er später in die Heimat zurück.

Salomon-Inseln © NASA

Einer der berühmtesten Piraten der Weltgeschichte ist der nächste Glücksritter, der Terra Australis finden soll. Im Jahr 1577 macht sich Francis Drake auf den Weg in den Pazifik. Auf Geheiß der Krone durchquert er zunächst die Magellanstraße, wird dann aber von einem gewaltigen Sturm bis an den südlichen Rand von Tierra del Fuego getrieben. Was er dort sieht ist wenig verheißungsvoll. Statt des erwarteten Ausläufers des Südkontinents begrüßt ihn eine neue große Wasserfläche. Magellans Vision ist damit wiederlegt. Es soll nicht die letzte bleiben auf der Suche nach Terra Australis.

Drake beschließt nach Norden zu segeln und plündert große Teile der südamerikanischen Küste. Nachdem er vergeblich in Nordamerika nach einer Passage in den Atlantik gesucht hat, macht er sich von Kalifornien aus auf den Heimweg nach England. Im September 1580 kehrt Drake schließlich mit seinem Flaggschiff wohlbehalten in den Hafen von Plymouth zurück.

Den Südkontinent hat er auf der zweiten Weltumseglung in der Geschichte der Menschheit zwar nicht entdeckt, aber die Finanziers sind trotzdem zufrieden. Beute im Wert von 70 Millionen Mark hat er von seiner Kaperfahrt mit nach Hause gebracht. Die Queen ist „amused“ und machte ihn aufgrund seiner Verdienste prompt zum Sir.

Aber auch Alvaro de Mendana hat seinen Traum noch nicht aufgegeben. 1595 begibt er sich auf seine zweite Reise in die Südsee. Behindert werden die Entdeckungsfahrten im pazifischen Raum zur damaligen Zeit durch die schlechte Navigationstechnik der Seefahrer. Große Schwierigkeiten gibt es, die Längengrade genau zu bestimmen. Meist bleibt dadurch die Position einer Insel so vage, dass man sie später nicht wieder anlaufen kann.

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Seine eigene Entdeckung aus dem Jahr 1567, die Salomon-Inseln, findet Mendana deshalb nicht wieder, dafür erreicht er aber glücklich die Marquesas. Die Freude ist allerdings nur von kurzer Dauer, muss er doch entdecken, dass die Einwohner sich nicht von ihm zum Christentum bekehren lassen wollen. Noch schlimmer: Sie stellen sich als tätowierte Kannibalen heraus, die die Europäer angreifen. Schnell verabschiedet er sich von den ungastlichen Inseln und reist weiter auf die Philippinen.

Noch zeigt sich keine Spur vom Südland. Ein Ergebnis haben diese Reisen aber bereits jetzt gebracht: Das Meeresgebiet, in dem Terra Australis Incognita jetzt noch liegen könnte ist erheblich kleiner geworden – wenn es sie denn überhaupt gibt…

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Stand: 26.09.2000

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Terra Australis Incognita
Auf der Suche nach dem Südkontinent

Das Paradies auf Erden
Terra Australis von der Antike bis zum Zeitalter der Entdeckungen

Geheimnisvolle Südsee...
Die ersten Europäer erobern den Pazifik

Von Kreuzrittern und Piraten
Dem Südland auf der Spur

Von Peru aus nach Terra Australis
Quiros und seine Vision

Mit der kleinen Taube ins gelobte Land?
Ein Niederländer betritt australischen Boden

Von Mauritius nach Neuseeland
Abel Tasman und seine Entdeckungen

Dampier, Wallis & Co
Die Suche nach Terra Australis erhält eine neue Dynamik

Mit der Endeavour bis zur Ostküste Australiens
Cooks erste Reise in die Südsee

Mit zwei Kohlefrachtern gegen eine Legende
Cooks zweite Reise beendet den Mythos vom reichen Südkontinent

Von Sträflingen, Wärtern und ersten Siedlungen
Das Land "down under" wird kolonialisiert

Vorstoß ins Herz Australiens
Leichhardt, Sturt & Co

Erze, Aborigines und Olympische Spiele
Von 1860 bis heute

Land der Gegensätze
Australien vor dem Sprung ins 21. Jahrhundert

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