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Die Trans-Neptun-Objekte im Überblick

Von KBO bis TNO

TNOs sind Objekte mit einem mittleren Bahnradius von mehr als 30 AE. Bisher konnten 774 Stück davon entdeckt werden. Zu den TNOs zählen also sowohl die Kuiper-Gürtel-Objekte (Kuiper Belt Objects, KBOs) als auch die Objekte der theoretisierten Oortschen Wolke.

Kuiper-Belt-Objects (KBO)

Als KBOs werden die Objekte zwischen etwa 30 AE und 50 AE bezeichnet. Sie unterteilen sich, je nach der Dynamik ihrer Bahnen, in folgende Unterkategorien:

Cubewanos

Sie heißen auch Klassische KBOs. Der seltsame Name stammt von 1992 QB1, dem archetypischen Vertreter dieser Klasse. Man nannte die Objekte »QB1-os«, im Englischen »CuBe- Wan-os« ausgesprochen. Ihr mittlerer Bahnradius liegt zwischen 40,5 AE und 47 AE. Cubewanos sind jene Objekte des Kuiper-Gürtels, die weder von Neptun »verstreut« (siehe Scheibenobjekte) noch in einer Resonanz mit Neptun gefangen worden sind.

Plutinos

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Plutinos sind KBOs, die sich in einer 2:3-Resonanz mit Neptun befinden, genau wie Pluto. Sie absolvieren zwei Sonnenumläufe, während Neptun drei Umläufe vollendet. Auch Pluto hat diese Resonanz, darum nannte man die Objekte Plutinos (kleine Plutos). Der sonnenfernste Punkt ihrer Umlaufbahn (Aphel) ist nahe bei Neptuns Orbit, aber wenn die Plutinos ihren sonnennächsten Punkt erreichen, ist Neptun auf seiner Umlaufbahn abwechselnd 90 Grad voraus oder 90 Grad hinten, so dass es keine Möglichkeit für eine Kollision gibt. Das Minor Planet Center definiert jene Objekte als Plutinos, die einen mittleren Bahnradius zwischen 39 AE und 40,5 AE aufweisen.

Objekte mit anderen Resonanzen

Objekte anderer Resonanzen mit dem Neptunorbit haben keinen eigenen Namen, da es nur wenige von ihnen gibt. Mehrere Objekte mit einer 2:1-Resonanz werden inoffiziell »Twotinos« genannt. Ihr mittlerer Bahnradius beträgt schätzungsweise 48 AE, die Exzentrizität ihrer Umlaufbahn 0,37. Die Objekte mit einer Resonanz von 2:5 haben mittlere Bahnradien von 55 AE. Es gibt weitere vereinzelte Objekte mit den Resonanzen 4:5, 4:7, 3:5 und 3:4.

Scheibenobjekte (Scattered Disk Objects, SDOs)

SDOs ziehen ihre Kreise in einer Entfernung von bis zu mehreren hundert Astronomischen Einheiten. Die Wissenschaftler nehmen an, dass diese Objekte bei einem unfreiwilligen Treffen mit Neptun in ihre langperiodischen, sehr elliptischen Umlaufbahnen »verstreut« wurden. Sie bilden eine dicke, Doughnut- förmige Scheibe um die Cubewanos und die in Resonanzen „gefangenen“ KBOs. Auch 2003 VB12 wird zu den SDOs gezählt.

Bisher bekannte Vertreter der einzelnen TNO-Klassen:

Cubewanos: 90

Plutinos: 31

Andere Resonanzen: 17

SDOs: 24

(Bei vielen KBOs sind zu wenig Bahndaten bekannt, um sie eindeutig einer dynamischen Gruppe zuzuordnen. Deshalb ergibt die Summe der Unterkategorien bei weitem nicht die Gesamtanzahl der TNOs.)

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Stand: 07.05.2004

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Sedna
Rätselhafte neue Welt am Rand des Sonnensystems

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Es kommt DOCH auf die Größe an …
Wärmestrahlung als Messhilfe

Sternenbesuch in der Urzeit
Das Problem der Einordnung

Kuiper-Belt oder Oortsche Wolke
Woher kam Sedna?

Frostiger Erdzwilling
Einzelfall oder nur einer von vielen?

Material aus der Urzeit
Zeitreise zu den Anfängen des Sonnensystems

Was ist ein Planet?
(K)eine Frage der Größe

Eine Frage der Benennung
„Sedna“ sorgt für Uneinigkeit

Kometenschleuder im All
Die Oortsche Wolke

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