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Von heißen Sommern und kalten Wintern

Klima und mehr...

Bitterkalt ist das Wasser des Baikals die meiste Zeit des Jahres. Die durchschnittliche Wassertemperatur an der Oberfläche liegt bei circa drei Grad. Eine Erwärmung auf 9 bis 12 Grad wie in den Sommermonaten – gelegentlich misst man sogar Werte um 20 Grad in Oberflächen- und Ufernähe – ist nur von kurzer Dauer. Von Anfang Januar bis Mai ist der See sogar vollständig zugefroren. Bei einer Eisdicke von mehr als einem Meter dient er dann als ideale Piste für den Autoverkehr zwischen den  Orten rund um den See.

Baikalsee im Winter aus der Luft © NASA

Der Baikal liegt in einer Klimaregion mit heissen Sommern und kalten Wintern. Durch die großen Wassermassen wirkt der See ausgleichend auf die Extreme. Die Winter rund um den See sind milder, die Sommer kühler als eigentlich normal. Niederschlag fällt trotzdem nur wenig, vor allem in der Mitte und im Norden des Sees. 200 bis 350 Millimeter pro Jahr sind es hier durchschnittlich, im Süden des Baikals kann man dagegen Werte bis zu 900 Millimeter messen.

Mehr als 2600 Tier- und Pflanzenarten gibt es in der Region um den Baikalsee. Sie sind das Ergebnis einer fast 25 Millionen Jahre währenden Evolution. Weit über 1500 der beschriebenen Arten kommen nur hier vor, sind also endemisch, und bilden eine auf der ganzen Welt einzigartige Fauna und Flora. Der Omul, ein lachsartiger Speisefisch und die einzige Süßwasserrobbe der Welt, die Baikal-Ringelrobbe (Phoca Sibirica) sind nur zwei Beispiele dafür.

Die Erforschung des Naturwunders Baikal, das die Russen schlicht “ das heilige Meer“ nennen, steckt aber noch in den Kinderschuhen. So entdeckte eine russisch-amerikanische Forschergruppe erst 1990 völlig überraschende eine ungewöhnliche Lebensgemeinschaft am Grund des Sees. Im Bereich von Warmwasserströmungen, die vermutlich auf geothermalen Öffnungen beruhen, fanden die Wissenschaftler unter anderem verschiedene Schwammarten, Würmer und Schnecken gehörten.

Fischereiindustrie, sowie Zellstoff-, Papier- und Zementproduktion rund um aufstrebende Industrieregionen wie Irkutsk waren bisher die Haupteinnahmequellen der wenigen Baikalanrainer. Mit der Verbesserung der Verkehrsinfrasturktur kommen seit einigen Jahren aber auch immer mehr Touristen an die Riviera Sibiriens um dort Urlaub zu machen.

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Stand: 07.12.1999

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Baikalsee
Von Rifts, Omuls und Papierfabriken

Zwischen Taiga und Steppe
Baikal - der See der Superlative

Von heißen Sommern und kalten Wintern
Klima und mehr...

Wenn ein Kontinent zerbricht...
Über die Entstehung des Baikalsees

"Tatort" Baikalsee
Das Baikal Drilling Program (BDP)

Selenga-Omul und Baikal-Ringelrobbe
Die einzigartige Tierwelt des Baikalsees

Der Baikalsee - eine Kloake?
Folgen von Besiedlung und Industrialisierung

10.000 tote Robben am Baikalsee
Dioxin schwächte Immunsystem

Diatomeen als Auskunft über Wasserverschmutzung
Sedimentbohrungen geben Informationen über die letzten Jahrtausende frei

Zwei Schritte vor, einer zurück?
Naturschutz mit Hindernissen

Neue Hoffnung für den Baikalsee?
Die UNESCO tritt auf den Plan

Das "Monster vom Baikalsee"
Eine Zellulosefabrik im Feuer der Kritik

Größer als Belgien...
Der Baikalsee in Zahlen

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Aralsee - Chronik einer anthropogen verursachten Katastrophe