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Vom Cabo Virgenes zum Pazifik

Die Magellanstraße ist entdeckt

21. Oktober 1520. Am Tag der 11.000 Jungfrauen, sichtet Magellan in der Nähe des 52. Breitengrades ein Kap und nennt es „Kap der Jungfrauen“ – Cabo Virgenes. Die San Antonio und die Concepcion gehen wieder auf Erkundungsfahrt, dieses Mal in die Wasserstraße südlich des Kaps. Die Hoffnungen eine Durchfahrt zu finden sind gering. Zu viele solcher Arme hat man bereits vergeblich durchsucht.

Die Magellanstraße © Earthrise

Auch dieses Mal scheinen die Befürchtungen berechtigt. Es dauert lange, bis die beiden Schiffe zurückkehren. Als sie herannahen ist jedoch alles anders. Mit wehenden Fahnen und lautem Geschrei verkünden die Matrosen der beiden Schiffe die frohe Nachricht. Die Passage scheint gefunden.

Der erste Teil der Durchfahrt durch die Magellanstraße gelingt noch relativ leicht. Viele Tage tasten sich die vier verbliebenen Schiffe durch die Wasserstraße Richtung Westen.

Schwieriger wird es, als die Entdecker an einen engen und felsigen, nebelbedeckten Kanal kommen. Der Gegenwind ist so stark, dass die Matrosen teilweise die Schiffe mit Ruderbooten vorwärts schleppen müssen. Unterwegs sehen die Seefahrer in Richtung Süden zahlreiche Feuern lodern und nennen das Land deshalb „Tierra del Fuego“ – Feuerland.

Am 28. November 1520 schließlich erreicht Magellan mit seinen Leuten das offene Meer. Die erste wichtige Station der Reise ist – 16 Monate nach der Abfahrt in Sanlucar de Barrameda – erreicht. Die Freude wird allerdings getrübt durch den Verlust der San Antonio. Kapitän und Matrosen haben das Labyrinth der Passage genutzt, um sich davonzuschleichen und auf den Rückweg nach Spanien zu machen.

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Die Flotte mit den drei verbliebenen Schiffen nimmt Kurs nach Norden und fährt die südamerikanische Küste entlang. Es gibt nur vage Karten, wieder einmal ist es eine Reise ins Ungewisse. Aber das Wetter ist günstig, das Meer ruhig. Den gewaltigen Ozean, den sie gerade befahren und dessen Ausmaße sie nicht kennen, nennt Magellan deshalb „mar pacifico“ – Stiller Ozean.

Der Entdecker wähnt sich fast am Ziel seiner Träume. In ungefähr einem Monat, so schätzt er, sind die Gewürzinseln erreicht. Erholung von den Strapazen der Expedition und Reichtum scheinen greifbar nah. Doch er irrt sich gewaltig. Wie so viele Seefahrer vor ihm hat er den Umfang der Erde völlig unterschätzt…

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Stand: 05.06.2000

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

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Einmal um die ganze Welt...

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Karl I. "sponsort" Magellans Entdeckungsfahrt

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Meuterei und Schiffbruch
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