Vom Bootspech zur Fossilfundgrube - scinexx | Das Wissensmagazin
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Vom Bootspech zur Fossilfundgrube

Die Entdeckung der ersten Funde in La Brea

Jahrtausende nach dem Ende der Eiszeit quillt in Südkalifornien noch immer zäher Asphaltschlamm aua dem Untergrund. Die in dieser Gegend ansässigen Chumash- und Tongva-Indianer nutzen die klebrige Bitumen-Masse, um ihre Boote aus Mammutbaumholz abzudichten. Dies ermöglicht es ihnen, die gesamte Küste per Boot zu erschließen.

Bisonschädel
Viele Knochenfunde aus La Brea hielt man zunächst für tote Rinder. Doch dieser Schädel gehört keiner Kuh, sondern einem Urzeit-Bison (Bison antiquus).© David Monniaux/CC-by-sa 3.0

Wie die Asphaltgruben ihren Namen erhielten

Im Jahr 1769 dringt eine Expedition spanischer Eroberer bis in die Gegend des heutigen Los Angeles vor und stößt auf die Asphaltgruben: „Als sie sie Senke durchquerten, berichteten die Scouts, sie hätten Geysire aus Pech aus dem Grund aufsteigen sehen“, berichtet der spanische Expeditions-Geistliche Juan Crespi. „Sie begegneten vielen dieser Quellen und ganzen Sümpfen davon.“ Nach dem spanischen Wort für „Teer“ taufen die Spanier die Gegend „Los Volcanos de Brea“ – die Teer-Vulkane. Später werden die Asphalttümpel Teil der Rancho La Brea, einem Gut, auf dem Rinder, Pferde und andere Nutztiere gezüchtet werden.

Was sich in dem Asphalt der teilweise erstarrten, teilweise blubbernden Tümpel verbirgt, bleibt jedoch zunächst unentdeckt. Zwar werden immer wieder dunkel verfärbte Tierknochen im Asphalt gefunden, man hält sie jedoch für die Gebeine neuzeitlicher Nutztiere. Erst im Jahr 1901 erkennt der Ölgeologe W. Orcutt, dass diese Knochen weit älteren Ursprungs sein müssen.

Die ersten Ausgrabungen

1913 bis 1915 lanciert daraufhin das örtliche Naturkundemuseum eine erste Ausgrabungskampagne. Die Forscher graben an 96 Stellen Gruben in den Asphalt und suchen nach urzeitlichen Relikten. Was sie dabei enthüllen, ist eine echte Sensation: In den bis zu 15 Meter tiefen Asphaltgruben liegen tausende von gut erhaltenen fossilen Skeletten und Schädeln – eine wahre Schatzkammer der eiszeitlichen Lebenswelt.

Smilodon-Rekonstruktion
Er ist eine Ikone der Eiszeit – und einer der häufigsten Funde in La Brea: die Säbelzahnkatze Smilodon fatalis.© Sergiodlarosa/CC-by-sa 3.0

Überwältigt von diesem schieren Übermaß an Funden bergen die Paläontologen zunächst nur die größten, aufsehenerregendsten Fossilien und lassen alles andere in den Gruben zurück. Doch schon diese ersten Funde können sich sehen lassen. Unter ihnen sind weitgehend intakte Skelette der Säbelzahnkatze Smilodon fatalis, des wolfähnlichen Wildhunds Canis dirus und von vielen der großen Pflanzenfresser der Eiszeit.

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Einzigartige Funde

In der Zwischenzeit wächst auf dem einstigen Farmland rund um die Asphaltgruben die Großstadt Los Angeles heran. Heute liegen die Tar Pits mitten im Stadtzentrum, unweit des Wilshire Boulevards im Hancock Park. Doch die Ausgrabungen gehen weiter. Vor allem der sogenannte „Pit 91“ erweist als besonders reiche Fundgrube. Seit 1969 sind Paläontologen dabei, akribisch alle im Asphalt enthaltenen Fundstücke aus dieser Grube zu bergen und zu beschreiben.

Was bei diesen Ausgrabungen zutage tritt, ist weltweit einzigartig…

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

La Brea – Fenster in die Urzeit
Was die Eiszeit-Fossilien aus den Asphaltgruben von Los Angeles verraten

Trügerische Idylle
Wie die Asphalttümpel entstanden

Todeskampf im Asphalt
Wie die Eiszeittiere ihr Ende fanden

Vom Bootspech zur Fossilfundgrube
Die Entdeckung der ersten Funde in La Brea

Eine ganze Lebenswelt
Was die Fossilfunde von La Brea verraten

Project 23
Die Entdeckungen gehen weiter

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