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Viele Fragen offen

Erste Ergebnisse des LME-Programms - und großer Handlungsbedarf

Das LME-Programm hat eine Reihe von Studien erstellt, in denen Fachleute die Entwicklung der LMEs während der vergangenen Jahrzehnte untersucht haben. Deutlich wird dabei, dass viele Lebensräume durch die Fischerei stark beeinträchtigt worden sind, aber auch dass in vielen Fällen noch offen ist, inwieweit natürliche Prozesse die Entwicklung der Fischbestände beeinflussen.

Wassertemperaturen im Benguela-Strom vor der Südwestküste Afrikas. Deutlich ist die Zone aufsteigenden, kalten Tiefenwassers unmittelbar vor der Küste zu erkenen. © NASA/GSFC

Rätselhafte Ausdehnung der Todeszonen

Im Benguelastrom etwa bilden sich in manchen Jahren große sauerstoffarme Zonen. In solchen Jahren brechen die Bestände der pelagischen Fische ein. Auch fehlt es hier dann vielen Seevogel- und Robbenarten an Nahrung. Entsprechend gering ist die Überlebensrate der Jungtiere. Zwar weisen die Auftriebsgebiete in großer Tiefe grundsätzlich geringe Sauerstoffkonzentrationen auf. Warum sich die sauerstoffarmen Bereiche von Zeit zu Zeit bis nahe an die Oberfläche ausdehnen, ist aber noch unklar.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Sauerstoffarmut nach Phasen mit besonders intensiver Auftriebsströmung auftritt. Demnach entwickeln sich zunächst große Mengen an Phytoplankton, die später in Massen absterben und dann von Bakterien abgebaut werden. In anderen Fällen scheinen veränderte Strömungsbedingungen die sauerstoffarmen Bereiche auszuweiten. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass man das ganze Ökosystem verstehen muss, um die Entwicklung der Populationen von Meeresorganismen und letztlich auch der Fischbestände einschätzen zu können.

Das Konzept der LMEs ist wichtig und nötig. Bislang gibt es aber erst wenige Hinweise darauf, dass Erkenntnisse aus den internationalen LME-Projekten und -Aktivitäten in konkrete politische Handlungsanweisungen oder nationale Gesetze mündeten. Hier sehen Fachleute für die Zukunft noch Handlungsbedarf. In jedem Fall aber dürften die LME-Aktivitäten nach Einschätzung von Experten künftig dazu führen, dass der Meeresschutz und der Schutz der Fischbestände auch in Entwicklungs- und Schwellenländern stärker wahrgenommen werden, als das bisher der Fall ist.

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World Ocean Review 2
Stand: 01.03.2013

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Mehr als nur Fisch…
Die Rolle von Hering und Co. im Ökosystem Ozean - und die Folgen der Fischerei

Faszinierende Vielfalt
Der Fisch und das Leben im Meer

Vernetzt denken
Von Sardinen und Quallen

Das Kabeljau-Problem
Wenn die Großen im Netz landen, profitieren die Kleinen

Algenblüte durch Überfischung
Fehlen die Raubfische, profitieren die Algen

Klimakapriolen und Salzwasserströme
Auch Klima und Umwelt beeinflussen die Bestände

Alles, was im Netz ist...
Warum Beifang und Algen bei der Bestandsschätzung helfen

Large Marine Ecosystems
Die großen Ökosysteme im Blick

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Erste Ergebnisse des LME-Programms - und großer Handlungsbedarf

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Vietnamesische Fischzucht verbessert ihre Umweltbilanz

Klimawandel lässt Fische schrumpfen
Sauerstoffmangel und wärmeres Wasser beeinträchtigen Wachstum der Meeresbewohner

Bisphenol A verführt Fische zum Fremdgehen
Umweltchemikalie lässt Karpfen mit Weibchen einer anderen Art flirten

CSI-Methoden können Herkunft von gefangenem Fisch klären
Neuartige Gentests helfen, der illegalen Fischerei einen Riegel vorzuschieben

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Wunderwelt Ozean - Zehn Jahre Volkszählung im Meer - „Census of Marine Life“

Haie - Vom Jäger zum Gejagten

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