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Überleben in Extremen

Auf dem Weg zum Uhuru-Peak

Gipfelsturm © Gustav Grabler

Dutzende von Touristen machen sich an guten Tagen vom Ausgangspunkt des Macaranga-Pfads in 1.515 Meter Höhe aus auf den Weg auf die rund 55 Kilometer lange Strecke zum Kilimandscharo. Doch obwohl echte kletterische Herausforderungen fehlen, kommt nur knapp die Hälfte der Urlauber auch tatsächlich oben an.

Mangelnde körperliche Fitness, Unfälle oder die immer dünner werdende Luft fordern ihren Tribut. Vielen Touristen fehlt beispielsweise einfach die Zeit, um sich an die Bedingungen in der Höhe ausreichend anzupassen. Sie leiden dann schnell an der Höhenkrankheit und müssen zum Teil sogar per Hubschrauber abtransportiert werden. Auch diejenigen, die durchkommen, müssen mit zahlreichen Unannehmlichkeiten rechnen. So sind die Hütten auf dem Weg zum Gipfel notorisch überfüllt oder die Touristen trotten in ganzen Karawanen im Gänsemarsch ans Ziel ihrer Träume.

Riesen-Senecien © Eckart Winkler

Auf dem Weg zum Gipfel müssen sie verschiedene Klima- und Vegetationszonen durchqueren. Zunächst geht es durch einen üppigen Regenwald mit seinen Baumriesen, Lianen, exotischen Blütenpflanzen und Affen. Nach Erreichen der Baumgrenze geht es weiter in einer immer noch stark bewachsenen Busch- und Strauchlandschaft. Auffällig sind hier die viele Meter hohen Erikasträucher und vor allem die bis zu sechs Meter hohen Riesen-Senecien, die einzeln oder in ganzen Wäldern auftreten. Auch Thomson-Anemone, Fackel-Lilie und Kenia-Distel sind hier häufig zu finden.

Überlebenskünstler am Berg

Ab 4.000 Meter schließt sich dann eine scheinbar öde Steinwüste an, in der aber noch zahlreiche Organismen leben. Forscher haben dort allein 55 verschiedene höhere Pflanzen gezählt. Die Gipfelzone ab 5.000 Meter gehört dagegen fast ausschließlich den Flechten. Sie gedeihen dort selbst bei widrigsten Temperaturen und minimalen Niederschlägen. Auch die Pflanze Helichrysum newii, die angeblich sogar noch bis kurz vor dem Gipfel wächst, hat sich perfekt an den ungemütlichen Lebensraum angepasst.

Im Gänsemarsch zum Gipfel © Eckart Winkler

Auf dem höchsten Punkt des Kibo, dem Uhuru Peak, angekommen, wartet dann ein traumhaftes Panorama und ein grandioser Blick über die Ebenen rund um das Kilimandscharo-Massiv. Auch der immerhin 4.562 Meter hohe und siebzig Kilometer westlich gelegene Vulkanberg Meru ist zu sehen – wenn denn das Wetter mitspielt.

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Der Preis, den die Urlauber für die Besteigung des Kilimandscharos berappen müssen, ist recht happig: Bis zu 100 Euro fallen pro Übernachtung im 1977 gegründeten Nationalpark an. Die vorgeschriebenen Führer und Träger, sowie Verpflegung oder die Ausrüstung kosten extra. Viele Veranstalter bieten jedoch auch „All-Inclusive“-Pakete an, die den Abenteuerlustigen viele Mühen abnehmen. Schlafsäcke und Proviant und andere Utensilien werden dann von Einheimischen nach oben gehievt und der Urlauber kann sich dann auf das Wesentliche konzentrieren: Laufen…

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Stand: 13.04.2006

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Kilimandscharo
Weißer Riese in Gefahr

Kind des Feuers
Wie der Kilimandscharo entstand

Schnee auf dem Kilimandscharo
Ein Mythos wird geboren

Überleben in Extremen
Auf dem Weg zum Uhuru-Peak

Vom tropischen Paradies zum Krisengebiet
Umweltprobleme im Nationalpark

(Kein) Schnee am Kilimandscharo
Die Gletscher schrumpfen

Gletscher schmelzen schneller
Droht ein Wassermangel in der Kilimandscharo-Region?

Tauwetter am Gipfel
Sind fehlende Bäume „schuld“ am Abschmelzen der Gletscher?

Plastikfolien als Wärmeschutz?
Wie kann man die Gletscher noch retten?

Klimaarchiv Kilimandscharo
Eisbohrkerne belegen Klimakapriolen der letzten 12.000 Jahren

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