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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Die „Qual der Wahl“ macht nicht nur den Schuhkauf zur Tortur, sondern auch die Suche nach einem Gebrauchtwagen, die perfekte Wohnung oder einen Partner fürs Leben.
  • Wie Menschen ihre Entscheidungen fällen, ist immer noch weitestgehend ein Geheimnis. Meistens entscheiden sie sich für oder gegen ein Angebot „aus dem Bauch heraus“ – rein intuitiv. Intuitionen können zwar ein Mittel, aber nicht Maßstab dafür sein, was richtig ist oder wahr.
  • Bisher hat die Evolutionspsychologie zwar Attribute definieren können, die bei der Partnerwahl eine übergeordnete Rolle spielen (Hüfte-Becken Relation, Wohlstand, Status). Doch wie die Wahl schließlich erfolgt und welche Mechanismen dabei zu einer logischen Entscheidung führen, blieb bislang unbekannt.
  • Gary Becker versuchte in den 1970’er Jahren das Verhalten bei der Partnerwahl durch einen rein ökonomischen Ansatz zu erklären. Demnach orientiert sich die Entscheidung an der Steigerung der gemeinsamen Ressourcen. Solang also jeder völlig eigennützig motiviert handelt, maximiert die unsichtbare Hand des Marktes die Ressourcen. Das Modell kann jedoch Entscheidungen nur so behandeln als ob sie sich ökonomischem Kalkül bedienen.
  • Für eine größere Realitätsnähe soll die Theorie der beschränkten Rationalität sorgen. Peter Todd hat mit seinem Team vom Max-Plank-Institut berücksichtigt, dass im wirklichen Leben Menschen nicht wie in einer Rechenkalkulation entscheiden. Vielmehr haben die Forscher ein Modell entwickelt, dass durch Pi-mal-Daumen-Regeln zum Erfolg führen soll.
  • Im Unterschied zu den ökonomischen Modellen geht Peter Todd davon aus, dass sich in der Realität die Optionen nur schrittweise nacheinander anbieten. So muss der Sekretär, der aus 100 Frauen die Braut mit der größten Mitgift wählen soll, auch bei jeder einzelnen Dame nacheinander ein endgültiges „Ja“ oder „Nein“ sprechen.
  • Mathematisch betrachtet sollte der Sekretär zunächst 37 der Frauen als Testmenge ansehen, um danach bei jeder einzeln zu entscheiden, ob sie reicher als die Wohlhabendste der ersten Gruppe ist. Damit hat er zu 37 Prozent die Braut mit der größten Mitgift gewählt – aber ein Risiko von acht Prozent, dass ihr Wohlstand nur aus dem unteren Viertel ist. Verfolgt der Sekretär jedoch das abgeschwächte Ziel und gibt sich mit einer Mitgift aus dem oberen Zehntel zufrieden, braucht er nur 12 Kandidatinnen anzusehen, um mit einer 77 prozentigen Chance erfolgreich zu sein.
  • Die Wissenschaftler des Max-Planks-Instituts geben zu bedenken, dass für einen Menschen die Anzahl der Möglichkeiten oft weit größer als 100 ist. Auf der Partnersuche gehen die Begegnungen im realen Leben wohl eher in die Tausende. Daher plädiert Peter Todd für ein Entscheidungsmodell, das sowohl die Risikobereitschaft wie auch den angestrebten Gewinn einbezieht.
  • Peter Todd stellt die Frage nach dem möglichen Ergebnis in den Mittelpunkt. In einer lebensnahen Entscheidung kann es vernünftiger sein, nach einem für den Zweck und Aufwand ausreichenden Gewinn zu streben, statt nach der besten aller Optionen.
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Stand: 12.05.2006

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Partnerwahl
Zwischen Intuition und Kalkül

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Die Qual der Wahl
Jetzt, später oder gar nicht?

„Pi-mal-Daumen“ in der Wissenschaft
Von der Erforschung menschlichen Denkens

Die 100 Frauen des Sultans
Partnerwahl mit Glück oder Verstand

Zwischen Rechenspielen und mühevollem Abwägen
Theorie und Praxis sind zwei Paar Stiefel

Computermodelle zur Partnerwahl
Selbsteinschätzung und Alter beeinflussen Heiratsalter

Drum prüfe, wer sich ewig bindet
Speed-Dating als Testfall

Eine Frage der Strategie
Tipps zur Partnersuche

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