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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Schlammvulkane fördern eine Mischung aus Ton, Wasser und Gas aus mehreren Kilometern Tiefe.
  • Als Antrieb dienen Gase im Erdinneren wie Methan und höhere Kohlenwasserstoffe wie Ethan und Propan. Aber auch der Druck auflagernder Sedimente pressen den Schlamm entlang tektonischer Störungen nach oben.
  • Während des Aufstiegs des Gas-Wasser-Gemischs entsteht ein pilzkopfartiger Schlammkörper, der sich letztendlich in Eruptionen entlädt und dabei auch metergroße Gesteinsbrocken mit sich reißen kann.
  • Rund 2.000 aktive Schlammvulkane sind derzeit auf der Erde bekannt, davon etwa die Hälfte am Meeresgrund.
  • Als einer der derzeit aktivsten Schlammvulkane der Welt gilt der Lokbatan in Aserbaidschan: Bereits 22mal brach der Vulkan innerhalb der letzten zweihundert Jahre aus.
  • In Aserbaidschan gibt es hunderte Schlammvulkane, die insbesondere Anlagen der Erdölindustrie gefährden, da die Lagerstätten häufig in direkter Verbindung zu den Schlammvulkanen stehen.
  • Insgesamt stoßen Schlammvulkane nach schätzungsweise 30 bis 35 Megatonnen im jährlichen Mittel aus – dies nimmt durchaus Einfluss auf das Weltklima. Denn Methan ist ein Treibhausgas, das rund zwanzigmal klimawirksamer ist als Kohlendioxid.
  • Doch so schädlich das Methan auch in der Atmosphäre ist, am Meeresboden ist es eine Quelle des Lebens. Denn ähnlich einer Oase in der Wüste versorgen die Gasaustritte an Schlammvulkanen eine Reihe von Organismen mit den nötigen Nährstoffen.
  • Verschiedene biogeochemische Reaktionsabläufe charakterisieren diese Oasen der Tiefsee: der Verbrauch von Methan durch Sulfatreduktion, die Schwefelwasserstoff-Chemosynthese und die Kalkausfällung.
  • Die dort siedelnden Mikroorganismen sind wahre Spezialisten und könnten sich möglicherweise in verschiedenen Bereichen der Biotechnologie nutzen lassen, beispielsweise für medizinische Wirkstoffe aber auch als biologische Katalysatoren für chemische Prozesse.
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Stand: 01.06.2007

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Schlammvulkane
Matschfontänen aus der Tiefe

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

„Amoklauf“ auf Java
Ein Schlammvulkan bricht aus…

Dunkelziffer unbekannt
Was sind Schlammvulkane und wo gibt es sie?

Paradies für Schlammvulkanforscher
Aserbaidschan und der „König“ der Schlammvulkane

Rülpsende Klimakiller
Schlammvulkane als Treibhausgas-Produzent

„Methanfresser“ mit Problemen
Schlammvulkane als Nährstofflieferanten

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

Magma „schweigsamer“ als gedacht
Rückschlüsse auf chemische Zusammensetzung des Erdinneren nur bis in 20 Kilometer Tiefe möglich

Vulkanausbruch heizte Klima auf
Zusammenhang zwischen prähistorischer Eruption und Anstieg der Treibhausgase und Meerestemperaturen belegt

Vulkanisches “Rohrsystem” schafft Schwarze Raucher
Geologen entdecken Schlüssel für Mantel-Kruste-Interaktion an ozeanischen Rücken

Vulkanischer Fallout hilft Klimamodellen
Neue Methode verrät Höhe vulkanischer Aerosole

18.000 Tote durch Naturkatastrophen in 2006
Wetterphänomene bremsten Hurrikan-Entstehung

Unterseeischer Ausbruch hautnah
Glück machte Forscher erstmals zu Augenzeugen

Schlammvulkan läuft „Amok“
Kampf gegen Schlammflut bisher wenig erfolgreich

Arktis: Methanfresser in der Tiefsee entdeckt
Mikroorganismen am Tiefseeschlammvulkan Haakon Mosby nachgewiesem

Gashydrate vor Portugals Küste
Expedition erkundet den Kontinentalrand vor Portugals Küste

Tiefsee „spuckt“ mehr Treibhausgase als gedacht
Methan vom Meeresgrund als Klimakiller?

Vulkane: Lahar-Gefahr bleibt
Schlammlawinen drohen noch Jahre nach einer Eruption

Noch immer Giftcocktail im Klärschlamm
Vor allem Organozinnverbindungen und Hygiene problematisch

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Erdbeben - Vorhersagbar oder aus heiterem Himmel?

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