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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Bei der Luftbildarchäologie oder Flugprospektion werden archäologische Fundstätten oder potentielle Bodendenkmäler aus der Vogelperspektive fotografiert und ausgewertet.
  • Da die äußeren Bedingungen nie gleich sind, muss häufig mehrfach beflogen werden. Je nach Sichtwinkel, Einfallwinkel des Sonnenlichts, je nach Wetterlage, Jahreszeit oder nach angebauten Feldfrüchten können bestimmte Merkmale unerkannt bleiben oder sichtbar werden.
  • Archäologen unterscheiden verschiedene Merkmale (Marken), anhand derer Strukturen im Untergrund erkennbar sind. Dazu gehören Boden- und Bewuchsmerkmale, Schatten- oder Feuchtemerkmale, Schnee- und Reifmerkmale.
  • Pflanzen reagieren auf die Eigenschaften des Untergrunds, der durch archäologische Strukturen verändert sein kann. Sowohl die Nährstoffversorgung als auch die Wasseraufnahme der Pflanzen wird durch unterirdische Fundamente, Gräben oder Flächen beeinflusst.
  • Auch Bodenbildungsprozesse und Verwitterung können Bodendenkmäler an der Oberfläche hervorheben. Sie sind besonders gut bei frisch gepflügten und abtrocknenden Feldern erkennbar.
  • Einer der spektakulärsten Funde der Luftbildarchäologie in Deutschland war die Entdeckung des Sonnenobservatoriums in Goseck, einer neolithischen Kreisgrabanlage, die älter ist als das gleichartige Stonehenge.
  • Die Steinkreise auf den britischen Inseln waren ausschlaggebend für die Entwicklung der Luftbildarchäologie. Hier fotografierte John Bradford eine Vielzahl der neolithischen Grabanlagen und entwickelte daraus eine Methodik für die Luftbildarchäologie.
  • Mit dem leichten Zugriff auf Satellitenbilder haben sich die Möglichkeiten zum Auffinden von archäologischen Fundstätten vervielfacht. Dennoch haben die Luftprospektion als auch die Interpretation von Satellitenbildern jeweils Vor- und Nachteile und deshalb spezifische Anwendungsgebiete.
  • Die Flugprospektion ist oft immer noch an Ländergrenzen gebunden oder scheitert in bestimmten Projektgebieten an Flug- und Luftbildverboten und sie bringt einen großen finanziellen Aufwand mit sich. Dafür kann sie, wo möglich, zielgerichteter angewandt werden und hat eine höhere Erfolgsquote, weil Gebiete in kurzen Abständen mehrfach beflogen werden können.
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Stand: 29.02.2008

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Luftbildarchäologie
Wenn Archäologen zur Cessna statt zum Spaten greifen

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Pioniere mit Ballon und Doppeldecker
Die Anfänge der Luftbildarchäologie

Entdeckerjahre für Steinkreis-Fans
Die Megalithen von Südengland

4.000 Jahre verdeckte Geschichte
Der Tavoliere in Apulien

Trockenheit als Standortvorteil
Welche Faktoren erhöhen die Erfolgschancen der Luftbildarchäologie?

Wenn der Weizen im Trocknen steht
Das Alphabet der Luftbildarchäologie

„Fliegen allein reicht nicht“
Der Entdecker des Sonnenobservatoriums in Goseck im Interview

Meister des Wassermanagements
Brunnengalerien an der Seidenstraße

Cessna oder Google Earth?
Von Luft- zu Satellitenbildern

Diaschauen zum Thema

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Neue deutsch-türkische Ausgrabungen im Süden der Türkei

Hightech-Hilfe für Indiana Jones
Neue Methode erlaubt Blick ins Innere archäologischer Funde

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