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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Im Jahr 1865 wurde in einem kleinen Wäldchen nahe dem Ort Wiskiauten im früheren Ostpreußen ein Wikingerfriedhof mit über 500 Grabhügeln entdeckt.
  • Trotz großer Anstrengungen und vieler Grabungen haben Forscher anschließend jahrzehntelang vergeblich nach den Überresten der dazugehörenden Siedlung gesucht.
  • Im Jahr 2005 startete schließlich ein neues russisch-deutsches Forschungsprojekt, in dem erstmals großräumig nach der Siedlung von Wiskiauten „gefahndet“ wurde. Ziel war es, Fragen zur genauen Lage, zur Ausdehnung, zum Alter und zur inneren Struktur der Niederlassung zu beantworten.
  • Das mögliche Siedlungsgebiet ist aber so groß, dass es mit herkömmlichen archäologischen Methoden kaum untersucht werden kann. Deshalb kommt modernste geophysikalische Technik zum Einsatz, mit der das Gebiet nach erfolgversprechenden Stellen für Grabungen „durchleuchtet“ wird.
  • Die Technik basiert darauf, dass überall dort, wo der Mensch durch die Anlage von Gruben oder Häusern Eingriffe in den geologischen Schichtenaufbau des Bodens vorgenommen hat, das natürliche Magnetfeld der Erde gestört ist. Und das lässt sich durch Messungen sichtbar machen.
  • An den auffälligsten „Verdachtsflächen“ werden dann jeden Sommer die archäologischen Ausgrabungen angesetzt. Bisher konnten so unter anderem Siedlungsreste aus dem Frühmittelalter – etwa zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert – lokalisiert werden.
  • Nach drei Jahren intensiver Forschung halten die Archäologen die Siedlung von Wiskiauten nicht mehr länger für einen zeitlich eng begrenzten Wikingerhandelsplatz.
  • Stattdessen gehen sie nun von einer schon vorher bestehenden Siedlungsaktivität des dort heimischen Volkes der Prussen aus, die bereits lange vor der Ankunft der Wikinger einsetzte.
  • Die längst vorhandene Infrastruktur wurde dann von den Kaufleuten aus dem Norden, die hauptsächlich aus Birka in Mittelschweden und von der Insel Gotland kamen, ausgebaut und der Ort an die damaligen überregionalen Handelswege über die Ostsee angeschlossen.
  • Doch noch immer sind viele Rätsel um die Siedlung Wiskiauten ungelöst. Überrascht hat die Forscher beispielsweise, dass die im Gräberfeld so häufigen typisch skandinavischen Gegenstände im Siedlungsmaterial fehlen – zumindest bisher.
  • Wichtige neue Erkenntnisse erhoffen sich die Archäologen von weiteren größeren Grabungskampagnen ab dem Jahr 2010. Dabei sollen die mithilfe der Geomagnetik identifizierten „Verdachtsflächen“ vollständig aufgedeckt werden.
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Stand: 04.07.2008

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Die Wikinger im Bernsteinland
Auf der Suche nach Siedlungsspuren in Wiskiauten

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Den Wikingern auf der Spur
Wo liegt die Siedlung?

Mit Hightech archäologische Schätze entdecken
Neue Forschungsaktivitäten in Wiskiauten

Brunnen, Keramiken, „Pfostenhäuser“
Erste Ergebnisse der Grabungen

Viel mehr als nur ein Wikingerstandort…
Noch immer viele ungelöste Rätsel in Wiskiauten

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