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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Der Große Afrikanische Grabenbruch zieht sich in seiner gesamten Länge über 9.000 Kilometer vom Sambesi in Tansania bis zum Libanon am Mittelmeer.
  • An mehreren Kreuzungen teilt sich der Graben immer wieder in bis zu drei Arme. Am stärksten ausgeprägt ist das abgestorbene Westliche Grabensystem entlang dem Malawi- und Tanganyikasee, und der aktive Ostafrikanische Graben zwischen der Ostküste und dem Viktoriasee.
  • Grabenbrüche sind die ersten Anzeichen, dass Kontinente zerbrechen. Treibt das Bruchstück von dem Mutterkontinent weg, bildet sich dazwischen ein neuer Ozean. Durch das aufquellende Magma bildet sich entlang des Grabens ein ozeanischer Rücken, der die Kontinente auseinander schiebt.
  • Aufsteigende Magmaströme aus dem Erdmantel drücken punktuell mit ihren Pilzköpfen die Erdkruste nach oben. Entsteht auf den „Beulen“ zu viel Spannung, platzt die Kruste auf und von dem Zentrum führen drei Gräben in alle Richtungen.
  • Aus dem oberflächlichen Riss kann sich unter dem Druck des Magmastroms die Erdkruste aufspalten, so dass aus dem Erdmantel flüssiges Gestein kontinuierlich durch einen Schlitz nach oben dringt. Die Lava erkaltet an den Krustenrändern und schiebt die Platten auseinander. An diesem „Rücken“ wird kontinuierlich neues Plattenmaterial produziert.
  • Neuere Forschungsergebnisse am Afar-Dreieck von Tim Wright, Mitglied der Universität Oxford, zeigen, dass horizontale Magmaströme aus den Magmakammern der Vulkane zunächst die Gesteinsschichten in zwei bis sechs Kilometer Tiefe perforieren.
  • Erst anschließend entladen sich Jahrhundertealte Spannungen in der Kruste und ziehen den Spalt bis auf eine Breite von acht Metern auseinander. Aufsteigendes Magma aus dem Erdinneren bahnt sich danach seinen Weg durch die neuen Gesteinsritzen, verbreitert die Spalten und reisst die Erdoberfläche auseinander.
  • Ist der Kontinent auseinander gerissen, füllt sich der Graben meist mit Meerwasser und ein neuer Ozean entsteht. Doch nur zwei der drei Arme einer „triple junction“ entwickeln sich. Der dritte stagniert meistens, wie das Bengue-Rift in Westafrika.
  • Zwei Grabenbrüche spalteten vor 200 Millionen Jahren Südamerika von Afrika ab und über ihren Rücken entstand der Atlantische Ozean. Das Bengue-Rift der Dreier-Kreuzung wurde aufgefüllt mit Sedimenten und liegt seitdem still.
  • Einige Geologen glauben, dass sich entlang des Assal-Rifts und dem ostafrikanischen Grabenbruch ein weiterer Kontinent abspaltet. Die jüngsten Erdbeben, Vulkanausbrüche und Aufspaltungen der Erdkruste im Afar-Dreieck scheint ihnen Recht zu geben.
  • Kritiker halten jedoch dagegen, dass mit den ozeanischen Rücken unter dem Roten Meer und dem Golf von Aden bereits zwei der drei Gräben vollständig entwickelt sind. Außerdem drückt der afrikanisch-indische Rücken die afrikanische Platte nach Westen – ein Bruchstück könnte also gar nicht abdriften.
  • Diese Theorie wird jedoch von der Erdgeschichte selbst in Frage gestellt. Denn der Kleinkontinent Madagaskar spaltete sich vor 100 Millionen Jahren auch von Afrika ab und trieb nach Osten.
  • Während die Einen in den jüngsten Ereignissen Anzeichen sehen, dass sich der Graben erweitert, ein Kontinent abspaltet und ein Ozean geboren wird – halten die Anderen an der Vergangenheit fest. Die heutigen Erdbewegungen sind nur noch die Nachwirkungen von der Abspaltung Arabiens von Afrika vor 20 bis 30 Millionen Jahren.
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Stand: 25.08.2006

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Ein Kontinent zerbricht!?
Das Afrikanische Grabensystem

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Zum Weiterlesen
Literatur

Millionen Jahre in Sekunden
Geologie im Schnelldurchlauf

Der Reißverschluss öffnet sich
Die Afar-Senke reißt ein

Grabenbrüche mit System
Verwerfungen spannen ihr Netz

Der Magma-Motor
Plattenbruch und Plattendrift

Die Riesen von Ruwenzori
Mutanten geben Rätsel auf

Planeten-Kulisse in Afrika
Wie die Welt atmet und schwitzt

Magma vs. Tektonik
Was die Erde zerreißt

Diaschauen zum Thema

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