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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Adler sind Greifvögel. Der Begriff ist jedoch keine eindeutige zoologische Bezeichnung. Vielmehr gibt es sowohl Arten, als auch Gattungen und Familien von Greifvögeln, die den Zusatz „Adler“ tragen. Nicht alle dieser Adler sind nahe miteinander verwandt.
  • Die Gattung der „echten Adler“ Aquila besteht aus zwölf Arten. Dazu gehören unter anderem Stein-, Schrei- und Schelladler, Kaiseradler, Steppenadler, Raub-, Kaffern- und Keilschwanzadler. Diese „echten Adler“ gehören zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae), und innerhalb dieser zur Unterfamilie der Bussardartigen (Buteoninae).
  • Eine eigene Unterfamilie innerhalb der Familie der Habichtartigen sind die Schlangenadler mit 14 einzelnen Arten. Eigene Gattungen bilden neben den „echten Adlern“ auch die Seeadler mit acht einzelnen Arten und Kronen-, Kampf-, Würg-, Schopf-, Affen-, Habichts- oder Haubenadler.
  • In Deutschland sind vier Adlerarten heimisch. Der Steinadler in den Alpen, der Schrei- oder Pommernadler sowie der Seeadler und der Fischadler in Norddeutschland.
  • Bis auf den Steinadler sind alle deutschen Adlerarten vom Aussterben bedroht und auf der Roten Liste der global gefährdeten Arten. Bei Fisch- und Seeadlern gibt es in den letzten Jahren einen positiven Trend der Bestandserholung. Die Schreiadlerbestände nehmen trotz zahlreicher Schutzmaßnahmen bisher noch jährlich ab.
  • Einige der weltweit seltensten Adlerarten ist der Philippinen-Adler, der nur auf der Insel Luzon auf den Philippinen vorkommt. Etwa 250 Tiere gibt es davon noch. Zum Vergleich: Die Steinadler-Population auf dem eurasischen Kontinent zwischen Alpen und den GUS-Ländern gilt mit etwa 9.000 Brutpaaren als stabil.
  • Seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts werden vor allem Steinadler, aber auch Kaiseradler oder Prachthaubenadler in der europäischen Falknerei zur Beizjagd eingesetzt. Bis zu dieser Zeit hielt man ausschließlich kleine Greifvögel wie Ger-, Wander- und Sakerfalken oder die wegen ihres Jagderfolgs „Küchenmeister“ genannten Habichte als für die Beizjagd geeignet.
  • Die Beizjagd selbst ist in Europa seit dem Barock verbreitet, wo sie ein Privileg des Adels war.
  • Der eigentliche Ursprung der Jagd mit Greifvögeln liegt jedoch in Zentralasien. Hier haben die so genannten Berkutschi, die Adlermänner, das Abrichten von Adlern und die Jagd zu Pferd gemeinsam mit den Adlern perfektioniert.
  • Das Beutespektrum von Adlern reicht, je nach Größe des Vogels und nach Lebensraum, von Echsen, Fröschen, Schlangen und Fischen über Kleinsäuger und Wasservögel bis hin zu großen Säugetieren wie Faultiere, Füchse, Antilopen, Rehe, Gämsen, Robben, Warzenschweine, Affen oder Wölfe. Adler fressen auch Aas, in Australien ersetzen Keilschwanzadler die Geier als „Gesundheitspolizei“. Manche Adler jagen zu Fuß, manche nur am Boden und manche auch in der Luft. Selbst andere Greifvögel werden von manchen Adlern als Beute attackiert.
  • Als kleinster Adler gilt der Kaninchenadler aus der Gattung der Habichtsadler. Er ist nur ein Kilogramm schwer. Die größten Adler sind der Riesenseeadler und die Harpyie, die Flügelspannen bis zu zweieinhalb Metern und ein Gewicht von sieben bis neun Kilogramm erreichen. Grundsätzlich sind bei Greifvögeln die Weibchen etwa zehn Prozent größer als die Männchen, manchmal auch mehr.
  • Adler sind Flugkünstler. Je nach Art variieren die bevorzugten Flugmethoden. Steinadler beispielsweise können unter Nutzung der Thermik sehr lange in der Luft segeln. Bei der Jagd in flachem Gelände ist er dagegen ein Kurzstreckenflieger, der innerhalb von 500 bis 800 Metern maximal beschleunigt. Nach einem solchen Angriff muss er jedoch landen. Der australische Keilschwanzadler erreicht Flughöhen von 2.000 Metern.
  • Die meisten Adler werden in der Natur etwa 25 Jahre alt. in Gefangenschaft können die Tiere 40 bis 50 Jahre alt werden.
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Stand: 15.12.2006

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Adler
"Take off" für den König der Lüfte

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Der letzte Berkutschi
Eins mit dem Adler – ein Leben lang

Von echten und „unechten“ Adlern
Sprachverwirrung im Adler-Dschungel

Einmal um die ganze Welt ...
Auf Adlerschwingen über Kontinente

Verstorbener Riese
Die Rätsel des Haastadlers

Eine Dänin hebt ab
Steppenadler filmt für die Wissenschaft

Timur gibt nicht auf
Mit Steinadlern auf Beizjagd in Österreich

Hoffnung für das Deutsche Wappentier
Seeadler erholen sich

Biblischer Mord im Adlerhorst
Der Überlebenskampf der Schreiadler

Könige mit wackelndem Thron
Adler weltweit bedroht

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